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Sharkwater - Wenn Haie sterben

Haitaucher.jpgWenige Filme, die man sich ansieht, bleiben ein Leben lang in Erinnerung. Aber Sharkwater - Wenn Haie sterben (oder: Sharkwater - The truth will surface) ist einer dieser Filme, die man nie wieder vergisst.

Wie wir in den letzten Wochen alle wieder einmal erfahren haben, können uns Medien durchaus beeinflussen. Manchmal steuern sie unser Meinungsbild unterbewusst. Es werden uns Extreme vorgegaukelt. Schwarz - weiß. Gut - böse. Sie polarisieren uns und schalten dadurch die innere Balance aus, die man braucht, um kühl und mit Abstand beurteilen zu können und vor allem Verständnis zu haben. Verständnis für die Mentalität und die Kultur des Anderen. Auf beiden Seiten fehlt dieses Verständnis.

Was Medien uns quasi bis heute vorgaukeln mit Filmen wie "Der weiße Hai"  ist der "böse" Hai. Unser ganzes Leben wird uns eingeredet, dass Haie "Menschenfresser" und "Bestien" sind. Viele Menschen haben panische Angst vor Haien, obwohl sie nie einen Hai gesehen oder geschweige ihm im Wasser begegnet sind.

Haie sind mit die ältesten Tiere, die diesen Planeten bevölkern. Sie sind seit mehr als 450 Millionen Jahren (!) fast unverändert geblieben. Sie haben die Dinosaurier bezeugt und überlebt. Sie haben Asteroideneinschläge, Tsunamis, Eiszeiten überlebt. Das heißt, diese Tiere haben alle schwerwiegenden Veränderungen dieses Planeten überlebt. Bis heute.
Ihr Ende, ihre Ausrottung nach 450 Millionen Jahren, wird Homo sapiens heißen...wenn wir nicht endlich hinsehen, was auf unseren Ozeanen geschieht und was in unseren Restaurants gegessen wird.

Wir leben in einer Zeit, in der unser Tun und Handeln globale Auswirkungen hat. Es ist für viele Menschen zwar nicht vorstellbar und deshalb weisen sie es als absurd zurück. Aber es ist so. Zum ersten Mal in der Geschichte des Planeten ist eine Spezies fähig diesen Planeten, das Klima, die Umwelt, das Tierreich schwerwiegend zu beeinflussen. Das Schlimme ist, dass wir es unbewusst oder halb-bewusst tun, weil wir nur uns, das Individuum , wahrnehmen und nicht die Gesamtheit von 6,7 Milliarden Menschen. Das sind 6.700.000.000 Menschen. Sechs Tausend Siebenhundert Millionen Menschen, die sich spätestens in den letzten 25 Jahren mit einer enormen Geschwindigkeit entwickelt haben.

Es spricht absolut nichts gegen Entwicklung. Das Problem ist nur, dass wir uns rücksichtslos, naiv und blind entwickeln. Es spricht nichts dagegen jedem Menschen dieser Welt einen Lebensstandard eines Luxemburgers oder eines Schweizers zu gewähren, wenn jeder dieser Menschen seinen Konsum und seine Lebensweise mit den Konsequenzen wahrnimmt und versucht diese Konsequenzen für Natur, Klima und Umwelt zu reduzieren.

Im Moment leben die meisten Menschen in einer fatalen Naivität, dass dieser Planet Erde alles ertragen kann, was wir tun. Dass die Erde alles und immer bieten wird, was sie uns bisher geboten hat. Und dass sie unzerstörbar ist.

Zum ersten Mal in der Weltgeschichte stehen wir vor der Herausforderung zu begreifen, dass dem nicht so ist. Denn das ist das Wichtigste. Folgen unseres Konsums, unserer Lebensweise, unseres Handeln zu begreifen und zu verstehen. Erst nach diesem ersten Schritt können wir uns über Umweltprobleme, Klimawandel und Ausrottung von anderen Spezies unterhalten. Erst nach dem Begreifen, was wir aus der Einkaufstüte auf den Tisch oder in den Kühlschrank legen. Erst nachdem wir alle uns bewusst machen, wie und wo das herkommt, was wir da gekauft haben. Was wir tragen, was wir essen, was wir fahren, was wir hinstellen, was wir bestellen, was wir liefern.

Hammerhaie.jpgEs ist äußerst wichtig, dass jeder der Menschen, der sich als "entwickelt" bezeichnet, genau das weiß. Denn dann kann er beurteilen, was es heißt, wenn 200 Menschen pro Tag Haiflossensuppe essen und was es bedeutet, wenn 10 Millionen Menschen pro Tag Haiflossensuppe essen wollen und was das für Konsequenzen für unsere Ozeane hat.

Sharkwater bietet uns all das. Dieser Film zeigt uns ein anderes Gesicht von Haien. Ein wissenschaftlich-objektives. Haie sind ganz gewöhnliche Tiere wie Elefanten, Löwen, Bären und Wölfe auch, mit dem Unterschied, dass sie die wichtigsten Tiere der Meere sind, weil sie das natürliche Gleichgewicht hauptsächlich beeinflussen.

Sharkwater zeigt uns, warum Haie die vielleicht wichtigsten Tiere auf unserem Planeten sind und was eigentlich passiert, wenn wir diese Urzeitspezies weiterhin abschlachten und ihre Flossen essen oder ihnen Lebensräume verseuchen, ihre Jagdgründe ausrotten und sie in den Medien sinnlos zur Bestie machen.

Deshalb empfehle ich diesen interessanten Film ganz besonders. Er öffnet Augen. Er lässt aufhorchen und regt zum Nachdenken an. Er zeigt, wie naiv wir leben. Und er zeigt wie wichtig natürliche Kreisläufe auf unserem Planeten sind, die wir im Begriff sind, zu zerstören. Schaut Euch diesen Film an.

Für alle OST-Fans: Der Soundtrack ist frei zugänglich unter www.sharkwater.com, Untermenü Soundtrack. Ein Spitzen-Soundtrack, der zum Nachdenken über unsere Welt anregt.

UPDATE: Leider ist der Soundtrack nicht mehr frei zugänglich. Aber hier gibts Tipps, wo man den bekommt:
http://www.sharkwater.com/soundtrack.htm

Bilder: www.sharkwater.com



2 Kommentare

ACK, Umweltschutz hört nicht auf beim Strom sparen (hust, co2, hust). schade dass die Menscheit es erst begreifen wird wie wichtig die Erde fuer uns ist, wenn sie schon irreparabel zerstört ist. Da hilft auch kein missionieren, solange die Politik kein Interesse dran hat und die Medien uns mit irgendwelchem sch* bombardieren anstatt objektiv und vor allem wissenschaftlich-informativ über den Umweltschutz zu berichten.

Stimmt. Aber wenn Du den Film siehst, wirst Du sehen, was uns noch helfen kann. Denn in dem Film wird auch darauf eingegangen, wer eigentlich etwas tun kann und dass die Regierungen die letzten sind, die etwas tun werden. Das Ganze ist zu brisant als dass wir auf die Regierungen warten können.

Medien formen Menschen wie Dich und mich mit. Meine Sensibilität für alles, was auf unserer Erde vorgeht, habe ich unter anderem durch Filme, Dokumentationen, Reportagen, Bücher, Zeitschriften und Zeitungen entwickelt. Insofern sollte man differenzieren und die "Massenmedien" verurteilen. Denn gerade die Massenmedien, die von der Mehrheit der Leute konsumiert werden, haben zu lange alles rund um Umwelt, Klima, Biosphären ignoriert.

Apropos, gerade läuft auf Phoenix (http://www.phoenix.de) "Urwald zu Kleinholz". Es wird schön gezeigt, wie der letzte Urwald Europas (Russland) mit Bäumen, die älter als 300 Jahre sind, abgeholzt wird und das Holz mit dem Label "Deutsches Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft" in einem Großmarkt verkauft wird. Unglaublich...

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