Umwelt & Klima
Treibhausgasanteil in der Luft steigt noch schneller an...und wir tun fast nichts dagegen
Wie der Guardian und auch andere Medien heute berichteten, deuten die neuesten Auswertungen von Messungen unserer Luft an der weltweit bedeutendsten Messstation Mauna Loa auf eine weltweit beschleunigte Erhöhung des Ausstoßes an Treibhausgasen, insbesondere CO², hin.
CO² ist ein Abfallprodukt, das für das menschliche Auge unsichtbar ist und hauptsächlich bei der Verbrennung von fossilen Kraftstoffen wie Braun- und Steinkohle, Erdöl und Erdölprodukten wie Benzin und Diesel als Abfall täglich in riesigen Mengen an unzähligen Orten auf unserem Planeten in unsere Luft gelangt. Stellen Sie sich vor, CO² müsste man in Müllsäcke packen, um es zu entsorgen. Diese mit CO² gefüllten Müllsäcke würden unseren Himmel so abdunkeln, dass überhaupt keine Sonneneinstrahlung die Erde erreichen würde.
Der Anteil des Gases CO² in der Luft wird gemeinhin mit Teilchen pro Million (Parts per million, ppm) angegeben. Dieser CO²-Anteil in der Atmosphäre unseres Planeten ist nachweislich seit mindestens 650.000 Jahren (!) immer unter 280 ppm geblieben. Seit der Industriellen Revolution ist dieser CO²-Anteil auf über 381 ppm (im Jahr 2006) angestiegen. Wie die Forschungsstation auf Hawaii nun berichtet, stieg der CO²-Anteil in den letzten Jahren immer schneller an. Inzwischen liegt er bei 387 ppm (2008).
Der Anstieg wäre nicht besonders überraschend, wenn man nicht eigentlich das wohlige Gefühl hätte, dass nun endlich alle über den Klimawandel und seine Ursachen informiert sind und wir alle gemeinsam nun Bier trinken für den Klimaschutz und die Industrie durch den hoch gelobten Emissionshandel nun ihren CO²-Ausstoß senken wird.
Das Thema Klimawandel ist auch fast täglich in allen Medien. In schönen Werbespots wird dem TV-Zuschauer selbst von Konzernen wie E.ON oder enBW, die eigentlich mit der Verbrennung von fossilen Energieträgern Milliarden verdienen, suggeriert, dass man sich in erster Linie nur noch um Klimaschutz kümmere und nun (wieder einmal) auf "saubere" Energie setze (siehe dazu auch: Gezeitenkraftwerk, "man sieht es nicht, man hört es nicht".)
Weit gefehlt. Denn global operierende Konzerne können eben auf einem Kontinent (Europa) ihre weiße Weste in der Werbung zur Schau stellen, Klimaschutzprojekte fördern und in erneuerbare Energien investieren und auf anderen Kontinenten (Amerika, Afrika, Asien) die schmutzigsten aller schmutzigsten Industrieparks und Kraftwerke bauen, spritfressende Autos verkaufen, Flüsse und Seen verschmutzen und keinen Cent in Klimaschutz stecken. Aber die Atmosphäre und das CO² kennen keine nationalen oder kontinentalen Grenzen. Das ist das Problem.
Nun werden die meisten "Gutdenker" unserer Gesellschaft gleich mit dem Finger auf die üblichen Sündenböcke China und Indien zeigen. Richtig. Umwelt- und Klimaschutz ist in China und Indien leider noch nicht ein so großes Thema wie in Europa. Aber wer zwei Hände hat, der sollte auch gleich zwei Finger ausstrecken. Denn der zweite darf gerne auf die USA gezeigt werden. Die Amerikaner sind trotz des Wachstums in China und Indien immernoch der größte Treibhausgasverursacher der Welt. Sowohl pro Einwohner als auch absolut. Und es ist eine Schande, dass die größte und modernste Wirtschaftsmacht der Welt das Thema Klimaschutz immernoch klein schreibt.
Die bequemlichen Gutdenker sollten aber ihre Finger schön am Leib halten, denn gerade in Deutschland werden immernoch neue Kohlekraftwerke gebaut, die extreme Mengen an CO² produzieren, mit denen es aber für die Energiekonzerne in Zukunft bei steigenden Strompreisen noch mehr Geld zu verdienen gibt.
Mit Energiesicherheit hat das garantiert nichts zu tun. Es ist ein typisches Argument namens "Angst", das unter die Leute gestreut wird, nach dem Motto: "Wenn wir keine Kohlekraftwerke bauen, ensteht eine Stromlücke". Simplizistische Argumentation par excellence. Und Lüge dazu! Genügend wissenschaftliche Belege entgegen der Behauptung, dass Kohlekraftwerke nötig seien, um diese "Stromlücke" zu schließen, findet man überall dort, wo die Interessen der Energiekonzerne nicht die Berichterstattung steuert, z.B. bei Greenpeace.
Die weitere Beschleunigung des CO²-Ausstoßes zeigt, dass wir alle auf diesem Planeten immernoch nicht aufgewacht sind. Zwischen egozentrischem Konsum- und Karrierealltag, Tradition und Bequemlichkeit passt rationale Erfassung von globalen Problemen offenbar nicht so richtig herein. Und das ist fatal. Martin Parry bringt es auf den Punkt:
CO² ist ein Abfallprodukt, das für das menschliche Auge unsichtbar ist und hauptsächlich bei der Verbrennung von fossilen Kraftstoffen wie Braun- und Steinkohle, Erdöl und Erdölprodukten wie Benzin und Diesel als Abfall täglich in riesigen Mengen an unzähligen Orten auf unserem Planeten in unsere Luft gelangt. Stellen Sie sich vor, CO² müsste man in Müllsäcke packen, um es zu entsorgen. Diese mit CO² gefüllten Müllsäcke würden unseren Himmel so abdunkeln, dass überhaupt keine Sonneneinstrahlung die Erde erreichen würde.
Der Anteil des Gases CO² in der Luft wird gemeinhin mit Teilchen pro Million (Parts per million, ppm) angegeben. Dieser CO²-Anteil in der Atmosphäre unseres Planeten ist nachweislich seit mindestens 650.000 Jahren (!) immer unter 280 ppm geblieben. Seit der Industriellen Revolution ist dieser CO²-Anteil auf über 381 ppm (im Jahr 2006) angestiegen. Wie die Forschungsstation auf Hawaii nun berichtet, stieg der CO²-Anteil in den letzten Jahren immer schneller an. Inzwischen liegt er bei 387 ppm (2008).
Der Anstieg wäre nicht besonders überraschend, wenn man nicht eigentlich das wohlige Gefühl hätte, dass nun endlich alle über den Klimawandel und seine Ursachen informiert sind und wir alle gemeinsam nun Bier trinken für den Klimaschutz und die Industrie durch den hoch gelobten Emissionshandel nun ihren CO²-Ausstoß senken wird.
Das Thema Klimawandel ist auch fast täglich in allen Medien. In schönen Werbespots wird dem TV-Zuschauer selbst von Konzernen wie E.ON oder enBW, die eigentlich mit der Verbrennung von fossilen Energieträgern Milliarden verdienen, suggeriert, dass man sich in erster Linie nur noch um Klimaschutz kümmere und nun (wieder einmal) auf "saubere" Energie setze (siehe dazu auch: Gezeitenkraftwerk, "man sieht es nicht, man hört es nicht".)
Weit gefehlt. Denn global operierende Konzerne können eben auf einem Kontinent (Europa) ihre weiße Weste in der Werbung zur Schau stellen, Klimaschutzprojekte fördern und in erneuerbare Energien investieren und auf anderen Kontinenten (Amerika, Afrika, Asien) die schmutzigsten aller schmutzigsten Industrieparks und Kraftwerke bauen, spritfressende Autos verkaufen, Flüsse und Seen verschmutzen und keinen Cent in Klimaschutz stecken. Aber die Atmosphäre und das CO² kennen keine nationalen oder kontinentalen Grenzen. Das ist das Problem.
Nun werden die meisten "Gutdenker" unserer Gesellschaft gleich mit dem Finger auf die üblichen Sündenböcke China und Indien zeigen. Richtig. Umwelt- und Klimaschutz ist in China und Indien leider noch nicht ein so großes Thema wie in Europa. Aber wer zwei Hände hat, der sollte auch gleich zwei Finger ausstrecken. Denn der zweite darf gerne auf die USA gezeigt werden. Die Amerikaner sind trotz des Wachstums in China und Indien immernoch der größte Treibhausgasverursacher der Welt. Sowohl pro Einwohner als auch absolut. Und es ist eine Schande, dass die größte und modernste Wirtschaftsmacht der Welt das Thema Klimaschutz immernoch klein schreibt.
Die bequemlichen Gutdenker sollten aber ihre Finger schön am Leib halten, denn gerade in Deutschland werden immernoch neue Kohlekraftwerke gebaut, die extreme Mengen an CO² produzieren, mit denen es aber für die Energiekonzerne in Zukunft bei steigenden Strompreisen noch mehr Geld zu verdienen gibt.
Mit Energiesicherheit hat das garantiert nichts zu tun. Es ist ein typisches Argument namens "Angst", das unter die Leute gestreut wird, nach dem Motto: "Wenn wir keine Kohlekraftwerke bauen, ensteht eine Stromlücke". Simplizistische Argumentation par excellence. Und Lüge dazu! Genügend wissenschaftliche Belege entgegen der Behauptung, dass Kohlekraftwerke nötig seien, um diese "Stromlücke" zu schließen, findet man überall dort, wo die Interessen der Energiekonzerne nicht die Berichterstattung steuert, z.B. bei Greenpeace.
Die weitere Beschleunigung des CO²-Ausstoßes zeigt, dass wir alle auf diesem Planeten immernoch nicht aufgewacht sind. Zwischen egozentrischem Konsum- und Karrierealltag, Tradition und Bequemlichkeit passt rationale Erfassung von globalen Problemen offenbar nicht so richtig herein. Und das ist fatal. Martin Parry bringt es auf den Punkt:
"Despite all the talk, the situation is getting worse. Levels of greenhouse gases continue to rise in the atmosphere and the rate of that rise is accelerating. We are already seeing the impacts of climate change and the scale of those impacts will also accelerate, until we decide to do something about it."Titelfoto: by Mihai Dragan



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