Gesundheit
Fisch-Vegetarier aufgepasst: Fische fühlen Schmerz wie Schwein, Rind oder Mensch
Die Argumentation ist oft eine sehr individuelle. Die Einen argumentieren rein auf der gesundheitlichen Schiene, dass Fisch eben das einzige Tier ist, das im Vergleich als tierisches Nahrungsmittel einigermaßen gesund ist. Andere wiederum argumentieren, dass sie das Töten von Tieren ablehnen, die Schmerz fühlen, echte Todesangst haben und damit in ihrem Verhalten dem Menschen sehr ähnlich auf Gewalt und Verletzung reagieren.
Letztere Gruppe von Fisch-Vegetariern wird aber nun durch eine neue Studie zu Schmerzempfinden und Schmerzverarbeitung von Fischen in argumentative Schwierigkeiten gebracht. Bisher war die landläufige Meinung, dass gerade Fische nur natürliche Reflexe des "sich Wehrens" aufzeigen bevor sie in den Netzen oder am Angelhaken verenden. Forscher von der amerikanischen Purdue University haben bei einem überzeugenden Experiment mit Goldfischen, die Hitze ausgesetzt wurden, herausgefunden: Fische fühlen und verarbeiten Schmerzen - und das sogar ziemlich ähnlich zum Menschen, nur sie schreien natürlich nicht und fangen auch nicht an zu weinen. Aber die Emotionen und die Folgen dieser Emotionen seien nahezu identisch, so die Forscher:
"The experiment shows that fish do not only respond to painful stimuli with reflexes, but change their behavior also after the event."Nun verweisen die Forscher darauf, dass man die "humane Behandlung" von Fischen, sowohl im Forschungslabor als auch beim Schlachten, ähnlich wie bei anderen Tierarten festschreiben sollte, in einer Art Kodex. Das ist natürlich eine logische Schlussfolgerung. Denn warum sollte man Fische "unmenschlicher" behandeln dürfen als Rinder und Schweine, wenn nunmehr klar gestellt wurde, dass Fische ziemlich gleiche Todesangst haben, und genauso Schmerz empfinden wie Säugetiere?
Ein wenig Bange wird mir schon. Denn was ist eigentlich, wenn bald herausgefunden wird, dass Mücken ebenso Schmerz empfinden wie wir Menschen? Ich hab immer panische Angst, gestochen zu werden und ziehe den Mücken-Mord vor. Unter uns, eigentlich eine groteske Diskussion, aber andererseits nur logisch, dass man alt eingespieltes menschliches Verhalten in Frage stellt und im Lichte neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse neu bewertet.
Bildquelle Titelbild: dlisbona



Eine Begründung, die ich oft angeführt habe war die, dass ich keine Lebensmittel esse, bei deren Produktion ich nicht aktiv helfen kann.
So hätte ich zum Beispiel überhaupt kein Problem damit einen Fisch zu töten. Ein Rind, ein Schwein oder ein Reh umzubringen käme für mich aber niemals in Frage. Bei kleineren Tieren, wie Hase oder Huhn kann ich mich schwer einschätzen, glaube aber, dass ich auch das nicht könnte.
Bin derzeit kein Pesci-Vegetarier mehr, mache mir aber dahingehend wieder mehr Gedanken.
Liebe Grüße, Benjamin.