Letztens in der Gesellschaft Kategorie
Immer wieder werden Entwicklungsländer als die größten CO2-Sünder in den deutschen Medien verspottet, der gemeine Bürger meint die offensichtlichen Übeltäter zu kennen. Aber auf keinen Fall ist Deutschland einer von den Sündern. Stimmt es so?
Eine CO2 Milchmädchenrechnung mal anders:
China ist eines der größten Länder der Welt, sowohl Flächen- als auch Bevölkerungsmässig:
| China | Deutschland | |
|---|---|---|
| Fläche | 9.640.821 km² | 357.021 km² |
| Einwohner | 1.345.751.000 | 82.060.000 |
| CO2 Ausstoß | 3.473.600 Tonnen | 837.425 Tonnen |
Flächenmäßig ist China 27 mal größer und hat 16 mal mehr Einwohner als Deutschland, rechnet man Deutschlands CO2 Ausstoß mit diesen Zahlen hoch, ergibt es folgenden CO2 Ausstoß für Deutschland:
- 22.610.475 Tonnen hoch gerechnet auf die Fläche Chinas, sowie
- 13.398.800 Tonnen hoch gerechnet auf die Bevölkerung Chinas.
Damit hat Deutschland einen 3,8-6,5 mal größeren CO2 Ausstoß als China, wenn man sich nichts schön redet.
Dies spiegelt sich auch im Pro-Kopf CO2 Ausstoß dieser Statistik, auf 1000 Deutsche entfällt ein CO2 Ausstoß von 10,1591 Tonnen, während auf 1000 Chinesen nur 2,65908 Tonnen entfallen (3.8 mal mehr Emissionen als China). Ein ignorierter Fakt ist, dass die Pro-Kopf Emissionen eines Chinesen auch zum Teil exportierte Emissionen, z.B. eines Deutschen, sind, da China nicht nur sich selber sondern auch den Großteil der Welt im Zuge der Globalisierung mit Waren und Dienstleistungen versorgt. Ein sehr schönes Tool zu Pro-Kopf CO2 Emissionen Weltweit findet sich bei Google mit dem man auch nachvollziehen kann wie Industriestaaten immer mehr CO2 Ausstoßen (z.B. Australien!) während die Schwellen- und Entwicklungsländer in der Statistik eher marginal ansteigen.
| China | Deutschland | |
|---|---|---|
| Waldfläche | 163.480.000 ha | 10.740.000 ha |
Also, worauf basiert die Begründung, dass China ein CO2-Sünder ist? Sollte es zu einem Bürgerkrieg kommen und China in 5-6 Kleinere Nationen zerfallen, wird es dann insgesamt weniger CO2 in der Welt? Macht es überhaupt Sinn den Gesamtausstoß der Länder miteinander zu vergleichen, und dabei die Größe sowie Bevölkerungszahlen der Länder komplett zu ignorieren? Wieso wagt sich keiner dran den CO2-Ausstoß der EU mit China zu vergleichen?
Was heißt das ganze im Klartext? Mit der Industrie Deutschlands kann man keine 1.345.751.000 Menschen ernähren, somit kann man den CO2 Ausstoß Chinas nicht mit dem von viel kleineren Ländern vergleichen, alles andere ist Meinungsmache. Statt die Entwicklungsländer zu unterdrücken, sollte Deutschland mit seinem 6. Platz der CO2-Emissions-Charts, bzw. alle Industriestaaten, selber die Emissionen senken damit der Klimawandel, welcher hauptsächlich, bzw fast ausschließlich, von den Industrieländern verursacht wurde, aufgehalten werden kann. Gleichzeitig sollten die Industrieländer den Entwicklungsländern entsprechendes Know-How und Technologie kostengünstig überlassen, damit veraltete Technologien mit hohen CO2 Emissionen keine Alternative zur umweltfreundlichen Technologien darstellen können. Das ist aber mit unseren Patenten, Lizenzen und sonstigen kapitalistischen Interessen nicht vereinbar, deshalb hetzt man lieber die armen Säue dieser Welt durch das Mediendorf und wirft ihnen Egoismus und Verschmutzung "unserer" Welt vor. Dass die Armen arm bleiben damit wir weiter in Saus und Braus leben können, kann nicht eine Lösung sein.
Ich bin schon gespannt auf den üblichen Aufschrei der "sauberen" Industriestaaten über die "dreckigen" Entwicklungs- und Schwellenländer in Kopenhagen.
P.S.: Statt China kann man auch andere Schwellenländer zum Vergleich heranziehen, mit selben Ausgang.
In letzter Zeit sprießt die Propaganda-Blume der Anti-Klimaschutz-Lobby wieder! Öl-Konzern-hörige Vereine und Organisationen wie EIKE und Cfact (beide von Leuten angeführt, die sehr aktive CDU-Mitglieder sind), investieren Tag für Tag viel Zeit und Geld, um ihren skeptischen Mitbürgern in Sachen Klimawandel ein Gefühl der Bestätigung zu geben: "Fahren Sie ruhig weiterhin mit ihrer Spritschleuder. Klimawandel? Alles gelogen und erfunden! Dürren, Überschwemmungen, Hurricans durch die globale Erwärmung? Alles natürliche Prozesse, an denen der Mensch nicht Schuld ist. Alles Hysterie! Machen Sie sich lieber eine Zigarre an...oder, ach wissen Sie was? Machen Sie sich ein warmes Feuerchen im Garten!"
Es scheint also ein guter Zeitpunkt zu sein, um vor den wichtigen Europawahlen und natürlich der Bundestagswahl Halb- und Unwahrheiten sowie grundfalsche Fakten über den Klimawandel unter das Volk zu mischen, das ohnehin überfordert ist mit dem Alltag - und dann auch noch Energie sparen? Öko-Strom beziehen? Hybrid-Auto kaufen? Das ist alles so anstrengend! Dann google ich lieber nach "Klimalüge" und lese mir mein Gewissen rein!Genau so läuft es doch ab. Und was liest man auf EIKE, Cfact, Klimaskeptiker.info und anderen Käse-Seiten von "Fossil fuel"-Lobbyisten, Möchte-Gern-Klimatologen und paranoiden Verschwörungstheoretikern? = Gut anzuschauende, seriös wirkende Beiträge, die mit viel Aufwand logisch klingende Argumente präsentieren - die aber nichts mit der Wahrheit zu tun haben ...
Du bist Terrorist von lexela auf Vimeo.
Du bist Terrorist! Eine Kampagne gegen Terroristen.
Gemeinsam für ein sicheres Deutschland. Die Kampagne „Du bist Deutschland" war 2005 der Beginn einer positiven Stimmungswelle im ganzen Land. Diese gebündelte Energie hat sich 2009 umgekehrt, denn nun bist du potenzieller Terrorist und wirst überwacht.
www.DubistTerrorist.de
* Alle Namen und Charaktere im Video sind fiktional.

In Aachen und Umgebung würde man "Watt et für Leute jibbt!" oder so ähnlich ausrufen, wenn man Menschen begegnet, die dumme Sachen machen. Oder man schüttelt einfach nur mit dem Kopf, runzelt die Stirn oder fragt sich einfach nur "Warum?"
Worum geht's? Eigentlich um die simpelsten Dinge, die das Zusammenleben in einer Gesellschaft erleichtern bzw. das Funktionieren dieser Gesellschaft erst ermöglichen oder eben nicht. Ist alles nicht neu, aber heute ist mir einfach nur nach RANT!
1. Kaugummi auf die Straße spucken:
Welche hirnlosen Geister machen sowas? Hat von diesen Menschen noch nie jemand einen Kaugummi am Schuh kleben gehabt? Können die ihren gottverdammten Kaugummi nicht in einem Mülleimer entsorgen oder wenigstens in ein Stückchen Papier, Taschentuch oder einen alten Einkaufszettel knüllen bevor sie diesen von sich werfen?
"Kaugummi auf die Straße spucken" machen aber nicht nur die berüchtigten pubertierenden Kinder, sondern auch "Erwachsene" (oder zumindest so bezeichnete Wesen). Die Ursachen für dieses Verhalten sind nicht zwangsläufig schlechte Erziehung. Natürlich sind gute Eltern, Lehrer und Erzieher entscheidend. Aber oft ist es entweder Dummheit oder Böswilligkeit auf Seiten des Kaugummi kauenden Menschen.
Wer seine Birne einschaltet, muss doch darauf kommen, dass alte Kaugummis auf dem Bürgersteig oder in der Fußgängerzone nicht nur scheiße aussehen, sondern enorm viel Geld kosten bei der Entfernung, was Steuergelder sind, die man letztlich selbst zahlt.
Böswilliges "Kaugummi auf die Straße spucken" passiert wohl dann, wenn ein allgemeiner Frust-Spiegel bereits aufgebaut ist oder man selbst schon mal in einen Kaugummi getreten ist und nach dem UGAH-UGAH-Prinzip der Steinzeit oder des Alten Testaments (Zahn um Zahn, Aug' um Aug') handelt - wie irgendjemand mir so ich ihm zurück. Bescheuert, aber psychologisch erklärbar.
2. Müll nicht richtig trennen:
Ja, ich weiß. Es gibt hin und wieder ein paar Berichte darüber, dass die Mülltrennung in Deutschland nicht wirklich sinnvoll ist, weil die Abfallwirtschaft ohnehin alles verbrennt oder zusammen auf einen Haufen kippt. Wo und in welchem Ausmaß das wirklich der Fall ist, sei mal dahingestellt.
Dennoch ist es schwer nachvollziehbar, warum einer unserer lustigen Nachbarn konsequent seit Monaten seinen "Gelben Sack" mit alten Taschentüchern, Putzlappen, Bananenschalen und sonstigen Dingen, die nicht dort rein gehören, befüllt UND diesen Sack dann je nach gusto auf die Straße vor das Wohngebäude stellt, egal ob diese Gelben Säcke demnächst abgeholt werden oder nicht. Im Sommer war es so, dass einer dieser Säcke tatsächlich 13 Tage vor dem Haus lag und dementsprechend stank und jedermann, der das Gebäude verlassen oder betreten wollte, an diesem stinkenden Sack vorbei musste, AUCH diese Leuchte von Nachbar, die dafür verantwortlich war und immernoch ist.
Es ist doch nicht so schwer, sich zu merken, wann die Gelben Säcke abgeholt werden und in welchen Abständen. Viel intelligenter wäre es natürlich sich den kostenlosen Kalender der örtlichen Abfallwirtschaft zu bestellen, aber so viel traut man den Leuten heutzutage ohnehin nicht mehr zu.
Warum macht der das also? Dummheit? Er läuft doch auch an diesem stinkenden Teil vorbei. Und in der gesamten Straße, wo wir wohnen, ist nicht eine einzige auch nur annähernd so hochintelligente Persönlichkeit, denn weit und breit steht niemals ein Gelber Sack zur falschen Zeit am falschen Ort, NUR vor unserem gottverdammten vierstöckigen Haus.
Fazit:
Man muss ja nicht gleich Immanuel Kant lesen, um zu begreifen, dass eine Gesellschaft nur dann stressfrei funktioniert, wenn sich alle an gewisse Regeln halten, die wirklich nicht so kompliziert sind und auch keine großen Nachteile mit sich bringen. (Im Übrigen ist Kant in dem hier erwähnten Zusammenhang eine Lektüre sehr viel wert.)
Aber es ist doch auch ohne Kant gelesen zu haben logisch, dass man sich als Teil einer Gesellschaft, vor allem einer städtischen Gesellschaft, immer fragen sollte: "Was wäre eigentlich, wenn sich alle so verhalten würden, wie ich?" Also im oberen Fall: "Was wäre eigentlich, wenn ALLE 80 Millionen Deutsche Kaugummi kauen und ihn auf die Straße spucken würden?" Oder: "Was wäre, wenn ALLE 80 Millionen Deutsche ihren Gelben Sack nicht nur falsch befüllen, sondern auch noch zu JEDER ZEIT auf die Straße stellen würden?"
"Und warum sollten sie das nicht tun?" "Was trage ich in die Gesellschaft an Emotionen hinein, wenn ich dieses und jenes tue?" "Was für ein Recht habe ich eigentlich, mich so asozial zu verhalten und nicht nur Ärger in die Welt zu tragen?"
Ja, ja. Ich weiß. Ich bin ein gekränkter Utopist, der glaubt, er könne an der Asozialität des Menschen etwas durch Blog-Einträge verändern. Nein, das glaube ich nicht. Ich glaube nur, dass ich ein bisschen RANT auch verteilen darf. Und wenn es nichts wirklich bringt, hat es eventuell für den einen oder anderen Schmunzler beim Leser gesorgt.
Bildquelle Titelbild: Pixel Addict (Flickr Creative Commons)
Die Argumentation ist oft eine sehr individuelle. Die Einen argumentieren rein auf der gesundheitlichen Schiene, dass Fisch eben das einzige Tier ist, das im Vergleich als tierisches Nahrungsmittel einigermaßen gesund ist. Andere wiederum argumentieren, dass sie das Töten von Tieren ablehnen, die Schmerz fühlen, echte Todesangst haben und damit in ihrem Verhalten dem Menschen sehr ähnlich auf Gewalt und Verletzung reagieren.
Letztere Gruppe von Fisch-Vegetariern wird aber nun durch eine neue Studie zu Schmerzempfinden und Schmerzverarbeitung von Fischen in argumentative Schwierigkeiten gebracht. Bisher war die landläufige Meinung, dass gerade Fische nur natürliche Reflexe des "sich Wehrens" aufzeigen bevor sie in den Netzen oder am Angelhaken verenden. Forscher von der amerikanischen Purdue University haben bei einem überzeugenden Experiment mit Goldfischen, die Hitze ausgesetzt wurden, herausgefunden: Fische fühlen und verarbeiten Schmerzen - und das sogar ziemlich ähnlich zum Menschen, nur sie schreien natürlich nicht und fangen auch nicht an zu weinen. Aber die Emotionen und die Folgen dieser Emotionen seien nahezu identisch, so die Forscher:
"The experiment shows that fish do not only respond to painful stimuli with reflexes, but change their behavior also after the event."Nun verweisen die Forscher darauf, dass man die "humane Behandlung" von Fischen, sowohl im Forschungslabor als auch beim Schlachten, ähnlich wie bei anderen Tierarten festschreiben sollte, in einer Art Kodex. Das ist natürlich eine logische Schlussfolgerung. Denn warum sollte man Fische "unmenschlicher" behandeln dürfen als Rinder und Schweine, wenn nunmehr klar gestellt wurde, dass Fische ziemlich gleiche Todesangst haben, und genauso Schmerz empfinden wie Säugetiere?
Ein wenig Bange wird mir schon. Denn was ist eigentlich, wenn bald herausgefunden wird, dass Mücken ebenso Schmerz empfinden wie wir Menschen? Ich hab immer panische Angst, gestochen zu werden und ziehe den Mücken-Mord vor. Unter uns, eigentlich eine groteske Diskussion, aber andererseits nur logisch, dass man alt eingespieltes menschliches Verhalten in Frage stellt und im Lichte neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse neu bewertet.
Bildquelle Titelbild: dlisbona


