Seiten getaggt mit “Öl” auf Die Gutdenker
Wer hat Angst vor'm bösen Wolf?
Eine interessante Website über das Ölfördermaximum bzw. Peak Oil ist "The Wolf at the door". Dort kann man sich über das Einmaleins des Erdöls informieren. Das Wichtigste: Das Ölfördermaximum bedeutet nicht, dass das Öl bald ausgeht, wie Hype-geile Medien und Journalisten gerne behaupten (Bsp.:"When the last oil well runs dry!"), sondern es bedeutet lediglich, dass man keine weiteren Steigerungen der Ölförderung pro Tag erwarten kann. Erdöl wird es immer geben auf der Erde, nur eben nicht in einer steigenden Menge, die uns verfügbar ist, sondern in einer abnehmenden Menge. Bis das "letzte Tröpfchen" Öl gefördert wird, dürften noch sehr viele Jahrzehnte vergehen.
Andere Peak Oil-Websites gibt es zuhauf, von denen aber nur wenige wirklich empfehlenswert sind. Manche vermeintlich objektive Seiten wie peakoil.net oder energiekrise.de sind in Wahrheit verlängerte Arme der Ölindustrie (ASPO), die selbstverständlich ihre Interessen bei der Verbreitung von Information mit einbringt. Die meisten anderen Seiten wollen durch Werbung Geld verdienen oder sind rein auf Panikmache ausgerichtet. Selbstverständlich sprießen die Blogs und Websites, die sich dem Thema "Endzeit" und dem "Überleben danach" widmen wie die Pilze aus dem Boden (hier nur bspw.: Endtimesreport samt Survival-Shop; Survivalblog; Oildecline) Der menschliche Hang zur Überreaktion, Angst und Panik und die Profitgier, die sich diesen menschlichen Hang zu Nutze macht, spiegelt sich in den genannten und ähnlichen Internetseiten wider.
Erklärungshoheit über das Ölfördermaximum
Dass es Peak Oil, alleine schon rein wissenschaftlich gesehen, geben muss, ist klar. Die Details und die vielen Ableitungen daraus aber, die von einigen mächtigen Gruppen und Organisationen wie der ASPO, der IEA oder der OPEC öffentlich verbreitet werden, bedürfen einiger kritischer Nachfragen.
Zum Beispiel: Wie kann man mit Sicherheit vom globalen Ölfördermaximum sprechen, wenn die Mehrheit der ölfördernden Staaten eine Überprüfung ihrer Ölvorkommen durch unabhängige Wissenschaftler (selbstverständlich) nicht zulassen?
Oder: Wenn man noch vor 10 oder 15 Jahren von einem Szenario mit einem Ölpreis, der über 135$ liegt, gesprochen hat, wurde gleich von dem völligen Kollaps der globalen Wirtschaft gesprochen. Damals lag der Ölpreis zwischen 15$ und 30$ pro Barrel. Der Ölpreis von heute liegt sogar noch viel höher als der inflationsbereinigte Preis aus der Zeit der Ölkrise in den 1970er Jahren. Warum redet jeder von der Krise und warum sieht man sie nirgends wirklich? War der Ölpreis in den 80ern und 90ern einfach verhältnismäßig zu niedrig? War die Panikmache bezüglich eines hohen Ölpreises aus der Wirtschaft einfach eine ökonomisch rationale Strategie, um die eigene Gewinnspanne zu maximieren?
Es scheint so zu sein. Denn die Volkswirtschaften dieser Welt können offenbar mit einem Ölpreis von 130$ und mehr sehr gut leben. Die Gewinne der international tätigen Konzerne aber auch mittelständischen Unternehmen aus Maschinenbau und anderen Branchen steigen von Monat zu Monat an, trotz ihrer Krokodilstränen und ihrer zur Schau gestellten Empörung über den Ölpreis. Die Leidtragenden sind allenfalls die untersten Schichten der Bevölkerungen, die mit einem allgemeinen Preisanstieg von Benzin über Heizöl bis zu den Lebensmitteln auskommen müssen.
Wer profitiert von dem "Peak Oil"-Hype?
Zum Einen sind es die Ölförderer, die quasi für jedes Barrel Öl, also für das gleiche Produkt, das sie vor 15 Jahren auch verkauft haben, in etwa das Zehnfache erhalten. Das ist so, als wenn man ein Hektar Wiese hätte und Gras verkaufen würde. Für jedes Gramm Gras erhielte man also von Tag zu Tag mehr. Ein herrliches Geschäft.
Es ist also im Interesse aller Länder, die über Ölvorkommen verfügen, dass der Ölpreis steigt - und das eher vor dem tatsächlichen Peak Oil als danach. Denn je länger man Öl mit einem hohen Gewinn verkaufen kann desto besser. Wenn also das Ölfördermaximum erst in 20 oder 30 Jahren tatsächlich erreicht wird, ist es doch geschickter, den Käufern meines Öls begreiflich zu machen, dass es bereits in 10 bis 15 Jahren erreicht wird, so dass der Preis früher kräftig steigt und ich für jedes Fass Öl viel mehr erhalte als bisher. Insofern ist die Erklärungshoheit über den Zeitpunkt des "Peak Oil" die größte wirtschaftliche Macht auf der Welt. Denn jeder Ölförderer, der ganz laut "PEAK OIL!" schreit, der flüstert grinsend hinter vorgehaltener Hand "...Cash in...".
Zum Dritten rentieren sich mit einem hohen Ölpreis Erschließungen von Ölvorkommen, die zuvor als unwirtschaftlich galten und es nicht zur Förderung kam. Gerade die USA haben deshalb ein hohes Interesse an einem hohen Ölpreis. In Alaska, aber auch Off-Shore gibt es sehr viel Erdöl, dessen Förderung durch die hohen Investitionskosten sehr teuer ist und sich erst jetzt rentiert. Dabei geht es natürlich in erster Linie um eine geringere Abhängigkeit von Öllieferungen aus dem Mittleren Osten und nicht um die Hinausschiebung des Ölfördermaximums. Deshalb schreit auch die US-Regierung "PEAK OIL!".
Ein Zeitungsbericht des Wall Street Journal von heute morgen ist genau so ein "PEAK OIL!"-Schrei, der das leise "...Cash in..." überdeckt. Viele "Experten" philosophieren nun über unsere Ölvorkommen und die Folgen von Peak Oil. Kommt jetzt bald der große Crash? Müssen wir uns jetzt alle mit Survival-Ausrüstung eindecken und bewaffnen? Müssen wir jetzt also alle (wieder einmal) Angst haben?
Natürlich nicht. Man muss nicht lange überlegen, um herauszufinden, warum es keinen "Crash" nach dem vermeintlichen Peak Oil geben wird. Es sind einfach zu viele Menschen, die in dieser globalen Wirtschaft Geld verdienen und noch mehr Geld verdienen wollen. Selbst den vielen Scheichs, die klischeehaft "in der Wüste sitzen und Falken züchten", ist die Weltwirtschaft nicht egal. Denn bei einem Crash sind alle betroffen: die Öl-Förderer, die Yacht-Verleiher und Champagner-Produzenten, die Porsche- und Ferraribauer, die Blutdiamantenausbeuter, und und und... Ein Zusammenbruch oder eine schwere Beeinträchtigung dieser kapitalistischen Kette widerspricht allen Interessen der vielen Reichen dieser Welt. Sie werden es zu verhindern wissen. Genauso wie die "Sofort-Rettungs-Programme", die wir in der (noch nicht ganz ausgestandenen) Subprime-Krise erlebt haben, wird es auch im Falle eines noch steiler ansteigenden Ölpreises, Mittel geben, die unsere Volkswirtschaften finden werden.
Was uns alle aber aufregen sollte, ist, dass es am Ende wieder die Steuerzahler treffen wird, die das Ganze ausbaden und zugleich mit steigenden Lebenshaltungskosten auskommen müssen. Der Profitgier der Multi-Millionäre und -Milliardäre sei Dank. Hoch lebe der Kapitalismus...!
Bildquelle "Öl-Fass": Memekode
Bildquelle "New York Stock Exchange: Me
UPDATE: Interessantes ZEIT-Interview zum gleichen Thema
UPDATE 2: Wer vom hohen Ölpreis profitiert (FTD)
Irgendwie dachte ich mir schon, dass es ja wohl kein Problem sein dürfte mit Ökosprit zu fliegen. Es war also nur eine Frage der Zeit bis auch die Flugindustrie nach Alternativen zum zur Neige gehenden Öl sucht und sie auch findet.
Hoffen wir, dass Airbus und Boeing auch Tempo machen und diesen Ökosprit zügig auch breitflächig einsetzen werden. Im Hinblick auf den Klimawandel ist CO2-neutrales Fliegen längst überfällig.
Wir können also durchatmen und den Chinesen ihre 97 neuen Flughäfen herzlich gönnen! :D

Der Irak-Krieg wurde nicht wegen Massenvernichtungswaffen angefangen. Alle, die sich genauer mit dem Thema "Bush and Oil-Business" beschäftigt haben, wissen welche Interessen im Weißen Haus Priorität haben.
Weg vom Öl.
Öl ist nicht nur Kriegsgrund Nr. 1. Wir Menschen haben uns von der schmierigen Substanz abhängig gemacht. Doch Öl ist eine endliche Ressource.
Die Fördermengen steigen von Jahr zu Jahr und es gibt immer mehr Anzeichen dafür, dass die Ölvorkommen der Erde in wenigen Jahrzehnten erschöpft sein werden. Die Vereinigten Staaten von Amerika geben Milliarden allein dafür aus neue Öl-Reservoirs im Boden von Alaska zu finden.
Nicht zuletzt an den Zapfsäulen merken wir Normalbürger selbst, dass Öl endlich ist. Übrigens: Die Benzinpreise werden nie wieder signifikant sinken. Benzin, Diesel und alles was aus Öl gewonnen wird, kann nur noch teurer werden.
Die Grünen sind die Partei Deutschlands, die diese Probleme seit über 20 Jahren nicht nur erkannt haben, sondern konkrete Lösungen anbieten. Investitionen in Zukunftsenergien wurden in den letzten sieben Jahren durch den Einfluss von Bündnis 90/Die Grünen vervielfacht. Sonne-, Wind- und Wasser-, Biomasse- sowie Fernwärmekraftwerke statt Ölverbrennung!
Viele Experten aus dem Bereich Klimaschutz, Umweltschutz und Energiewirtschaft sind inzwischen in die grüne Partei eingetreten und unterstützen grüne Energie- und Klimapolitik. Je stärker wir Bürger diese Partei machen, desto mehr kann sie in Politik und Wirtschaft bewirken.
"Weg vom Öl" war auch ein Hauptthema im allerersten Wahlprogramm der Grünen vor über 20 Jahren. Heute ist das Thema mehr denn je aktuell. Grüne Energiepolitk macht Deutschland nicht nur unabhängiger, sondern schafft zukunftssichere Arbeitsplätze!
Der Ansturm auf Solarzellen zum Beispiel war in den letzten Jahren so groß, dass die Silithium-Produzenten mit dem Nachschub Probleme haben. Wir müssen sichere Arbeitsplätze schaffen und das geht nur wenn wir uns unabhängig vom Öl machen.
Deshalb am 18. September (um am 2. Oktober in Dresden) mit der Zweitstimme Grün wählen.


