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Malzahn hat völlig Recht. Wenn Kinder vormittags in der Schule mit pädagogisch und psychologisch schlecht ausgebildeten Lehrern zu tun haben und nachmittags auch noch mit Eltern, die sich menschlich nicht wirklich um ihre Kinder kümmern, dann ist das Grundrezept für menschliche Tragödien in diesem Land geschaffen. Es führt nicht immer gleich zum Amoklauf, denn dazu gehören noch andere Faktoren,..."Wer sich nicht um seine Kinder kümmert, macht sich schuldig"
"Es geht nicht um eine neue Diktatur im Kinderzimmer, sondern um lebendiges Interesse. Reden. Spaß haben. Sich ernst nehmen. Füreinander da sein. Man nennt das auch Familie."
"Das größte Problem sind Eltern, die ihren Job nicht machen."
...aber jeden Tag bringen sich in diesem Land Kinder und Jugendliche selbst um oder versuchen es. Das sind tägliche Tragödien, die nicht weit und breit in den Nachrichten laufen, aber mindestens genauso für Empörung sorgen sollten. Wer die Statistiken dazu nicht kennt, sollte sich auf Wikipedia mit Suizid und Suizid-Versuchen in Deutschland beschäftigen. Alle 4 Minuten versucht sich jemand das Leben zu nehmen in diesem Land. Das sollte mal im N24-Ticker laufen.
Das Problem ist, dass diejenigen, die von Natur aus eine starke Psyche haben, sich in diejenigen, die sie nicht haben, oft nicht hineinversetzen können oder es überhaupt nicht erst versuchen. Wenn die Starken die Schwachen zudem auch noch mobben und dauerhaft kränken und es überhaupt niemanden gibt, der die Schwachen menschlich ernst nimmt und sie fördert, gehen diese an ihren Problemen zu Grunde. Wir als Gesellschaft müssen uns bewusst werden, was wir uns selbst durch diese Ignoranz antun.
Unsere Ellbogen-Gesellschaft mit Eltern auf "Forever-Young"-Egotrips und sozial inkompetenten Lehrern, mit dauernd steigendem Erfolgsdruck, einer Übersexualisierung und der Normalisierung von Gewalt in den Medien muss zwangsläufig bei von Natur aus psychisch schwachen Kindern und Jugendlichen zu Depressionen, Störungen, erhöhter Gewaltbereitschaft oder Selbstmordgedanken führen.
Es fehlt an den Basics. Kinder brauchen echte Aufmerksamkeit und nicht bloß Taschengeld, Geschenke und hohle Versorgungsmentalität. Kinder brauchen Vertrauenspersonen, die vertrauenswürdig sind und sie ernst nehmen, ihnen einen konsequenten Lebensleitfaden anbieten, an denen sich die Kinder ausrichten können. Zu oft werden gekränkte Kinder weder getröstet noch motiviert. Das ist grundlegende Aufgabe von Eltern und Erziehern in Kindergärten und Schulen. Wenn diese Menschen ihre Aufgaben nicht erfüllen, ist das nicht "deren Sache", sondern die Sache der gesamten Gesellschaft - das geht uns alle an, nicht erst, wenn es nicht im Äußersten - einem Amoklauf - endet, sondern sehr viel früher.Jemand: "Na, da Du ja so langsam auf die 30 zugehst, kannst Du ja an das Familie gründen heran."
Geburtstagskind: "Also erstens, bin ich selbst noch ein Kind, ab und zu zumindest. :) Und außerdem..., würde das nicht meine noch frischen Berufschancen einschränken?"
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Die prinzipielle finanzielle Unsicherheit und das prinzipielle Alleingelassenwerden in Sachen Beruf und Karriere, die im ersten Teil besprochen wurden, haben Auswirkungen auf die studentische Familienplanung. Hier spielen neben rein rationalen Überlegungen und Abwägungen auch tiefer liegende, unterbewusste mentale Vorbehalte eine Rolle.Viele Studien, Umfragen und wissenschaftliche Untersuchungen beweisen, dass gerade Akademiker trotz Kinderwunsch sich oft gegen Kinder entscheiden; etwa 40% der Akademiker bleiben kinderlos. Viel gewichtiger ist jedoch, dass dieser Trend bereits in der Studienzeit beginnt. Die biologisch fruchtbarste Altergruppe kriegt fast keine Kinder mehr.
Es soll an dieser Stelle nicht auf die vielen unterschiedlichen Gründe, warum sich junge Menschen für oder gegen Kinder entscheiden, eingegangen werden. Es ist eine besonders persönliche Entscheidung, ob man eine eigene Familie gründen möchte oder nicht. Es hängt ebenso von sehr vielen individuellen Faktoren ab. Dennoch spielen die Rahmenbedingungen eine Rolle in dieser Entscheidungsfindung. Man wird bewusst und unbewusst von den eigenen Erwartungen, Einschätzungen und Beurteilungen der eigenen Lage beeinflusst, die wiederum von außen mitbestimmt werden.
Finanzen, Zeit, Finanzen, Zeit...und Anträge
Die finanzielle Drucksituation, die man spätestens mit 25 erfährt, spielt hier eine entscheidende Rolle. Denn wie in Teil 1 beschrieben, lebt ein Durchschnittsstudent in sehr bescheidenen Verhältnissen, oft in einer WG oder im Studentenwohnheim. Die erste Überlegung in Bezug auf Kinder kriegen ist also: Kann ich in meiner Situation meinem Kind überhaupt ein gesundes, angenehmes und lebenswertes Umfeld bieten?
Als Otto-Normal-Student fühlt man sich in seiner Bleibe selbst wie in einer Durchgangsstation. Durch die knapp bemessenen Mittel hat man sich nicht besonders eingerichtet, im Studentenwohnheim werden Möbel in der Regel gestellt.
Das Raumangebot zuhause ist zudem sehr knapp. Mit der in Teil 1 beschriebenen Wohnsituation hat man, wenn man Glück hat, 20 Quadratmeter Wohnfläche zu seiner Verfügung. Im Studentenwohnheim sind es noch weniger.
Und da nützen auch die sehr wenigen speziellen Wohnräume für Studenten mit Kind nichts. Denn als Student weiß man, wie lange es mit Anträgen dauert, wie gering die Chancen sind, dass man eine Zusage für das Wohnheim erhält, etc.
Zudem will man mit Kind alles andere als im Wohnheim wohnen. Zumindest will das niemand, der schon einmal in einem Studenten-Wohnheim gewohnt hat, wo es gemeinsame Küchen, Waschküchen, Aufenthaltsräume gibt. Der Verfasser erspart sich ekelhafte Details an dieser Stelle.
Es bliebe also nichts anderes übrig als eine gemeinsame Wohnung mit Lebenspartner und Kind zu beziehen, die für die Familie ausreichend Platz, gesunde Lebensbedingungen (also ohne schimmelanfällige Wände, steinzeitalten Teppichboden, und vierspuriger Schnellstraße vor dem Fenster), und gegebenenfalls einen Spielplatz oder einen Park in der Nähe bietet.Das mag für den Einen oder Anderen lustig klingen, aber das sind so Mindestbedingungen, die den meisten Otto-Normal-Studenten durch den Kopf gehen.
Um einen Drei-Personen-Haushalt neben dem Studium und einem eventuellen Nebenjob mit dem Nötigsten zu versorgen, braucht man auch ein Auto. Wie sonst soll man die vielen Einkäufe machen? Wie sonst soll man das Kind vor der Vorlesung zur Tagesmutter oder zur Krippe bringen (wenn man das Privileg hat, eine Tagesmutter/Krippe finanzieren zu können bzw. einen Krippenplatz überhaupt bekommt)?
Die Mehrkosten für das Auto kann man eigentlich nicht einheitlich bemessen, deshalb wird hier auf ein Beispiel verzichtet. Das hängt von den Anschaffungskosten, der Versicherungsart, der Wege von Wohnung zu Supermärkten / zur Krippe, Tagesmutter ab. Aber jeder, der ein Auto täglich nutzt und aus eigener Kraft unterhält, weiß, mit welchen Kosten das verbunden ist.
Die Kosten, die ein Kind verursacht, sind für den Durchschnitts-Studenten schon eher ein Buch mit sieben Siegeln. Wer weiß das schon? Vor allem, wenn die Mitstudenten auch alle kinderlos sind. Jedenfalls weiß man allein schon aus den anderen Erfahrungen heraus, dass der Staat und die Gesellschaft einen im Stich lassen werden, denn genauso wie beim Bafög oder bei der Einführung der Studiengebühren ohne einen Ausgleich durch umfassende Stipendien für sozial Benachteiligte hat man diese Ignoranz erfahren.
Und die Intuition täuscht absolut nicht. Wie ein Kostenüberblick im Internet exemplarisch darstellt, kostet ein Kind im ersten Lebensjahr über 260 Euro monatlich, Einrichtung des Kinderzimmers nicht mit eingerechnet.
Eine neue lebenswerte Wohnung für einen 3-Personen-Haushalt, die in der Regel nicht unter 500 Euro monatlich zu kriegen ist, ein Auto mit den Anschaffungskosten und steigenden laufenden Kosten, und die Rundumversorgung eines Säuglins stellen schon rein intuitiv eine riesige Hürde für einen Studenten in der fortgeschrittenen Studienphase dar, der sich im Nebenjob abrackert, für Prüfungen paukt und die noch frische Beziehung zum Partner aufbaut.
Und was macht der Staat da? Die Gesellschaft? Wenig. Zumindest bis zum letzten Jahr hat sich absolut nichts getan, was die Unterstützung von Studenten mit Kindern anging.
Aber selbst das neu eingeführte Elterngeld zusammen mit dem Kindergeld erlauben der jungen Familie keine großen Sprünge. 154 Euro Kindergeld plus mindestens 300 Euro Elterngeld sind es derzeit, womit man in der Regel an finanzieller Unterstützung rechnen kann. Was typisch für dieses Land ist: Antrag stellen. Der Antrag auf das Elterngeld kann erst gestellt werden, wenn das Kind geboren ist (!). Bis der Antrag bearbeitet wurde und das Geld dann irgendwann nach 60 Tagen auf dem Konto landet, ist der Säugling aber auf Luft und Liebe angewiesen. Oder auf das Betteln durch die Institutionen. Wo und wie man um finanzielle Hilfe "bitten" und Anträge ausfüllen kann, stellt die verlinkte Seite zusammen.
Selbst wenn man das versprochene Elterngeld erhält, bleiben nach Abzug der fixen Kosten für das Kind im ersten Jahr nur 194 Euro übrig. Hiervon sind die monatlichen Mehrkosten von der größeren Wohnung und dem Auto zu decken.
Man mag sogar damit noch auskommen. Was aber viel schwieriger wird, ist, wenn das erste Jahr vorüber ist. Nach 12 Monaten fällt das Elterngeld nämlich weg. Dann bleibt nur noch der Weg zum Sozialamt.
Viele junge studierende Eltern müssen also auch noch nebenbei arbeiten. Das Paar teilt sich die Betreuung des Kindes zeitmäßig, weil es an der Krippe sparen will oder einfach keinen der sehr begehrten Plätze erhalten hat. So verlängert sich natürlich die Studienzeit, wie so oft von studierenden Eltern berichtet wird.
Keine schönen Aussichten. Es ist anhand der prinzipiellen finanziellen Situation des Otto-Normal-Studenten schon fast selbstverständlich, dass er über alles, nur nicht über Familie gründen nachdenkt. Dazu kommen die Zeitbelastung, die das Führen eines gemeinsamen Haushalts mit sich bringt sowie die vielen Unsicherheiten, was die Unterstützung von Seiten der Gesellschaft angeht. Aber da steckt noch mehr, was dem Kinderwunsch entgegen steht.
Karriere statt Kinder - denn es gibt kein "und".
Es steht neben diesen finanziellen Sorgen aber auch die rationale Abwägung zwischen Beruf und Familie dem Kinderwunsch entgegen. Egal wie die tatsächliche Situation sein mag. Die berechtigte Angst ist da: Wenn man in einem Vorstellungsgespräch zugeben muss, dass man ein 2-jähriges Kind hat, sinken die Chancen auf eine Einstellung rapide.
Viele Unternehmen erwarten von den Universitäten die fließbandartige Auslieferung von "Workaholics", die Reisebereitschaft, Bereitschaft zu Wochenendarbeit und vielen Überstunden mitbringen. "Kinderfreundliche Büros" sind ein Fremdwort in Deutschland. In anderen Ländern wissen Unternehmer um die Bedürfnisse junger Eltern und stellen Wickelräume, Firmenkrippen und andere Unterstützung zur Verfügung. Natürlich weiß man aus Praktika, wie die berufliche Realität in den meisten Bereichen aussieht. Und das prägt die Erwartungen.
Unterbewusst spürt man den potenziellen Nachteil, den man durch ein eigenes Kind in der Berufswelt haben wird. Die Konkurrenz schläft nicht, denkt man sich. Gerade Studenten der Betriebswirtschaft, die sich in ihren Pausen über ihre Praktika und "Connections" ereifern schaffen sich gegenseitig den Wettbewerbsdruck. Mit einem Kleinkind kann man eben nicht neben der Prüfungsvorbereitung mal schnell ein "Internship" im Sommer machen. Mit einem Kleinkind wird man von den anderen überholt, so diese Mentalität.
Als fortgeschrittener Student oder junger Akademiker hört man nur im Fernsehen von den tollen Absichten und Ideen der Wirtschaft, der Politik und der restlichen Gesellschaft. Aber kein Mensch fühlt sich wirklich hinein in das Leben und die Lebenswelt eines Studenten oder jungen Akademikers, der sich von Praktikum zu Praktikum hangelt, oder bei zahlreichen Bewerbungen nur Absagen erntet.
Gerade von den leistungsstärksten Menschen, die ihr Studium wirklich bis zum Ende durchziehen wollen und nicht vorher aufgeben, erwartet man einerseits auch noch Zeit, Kraft und Mut zur Familiengründung und lässt sie gleichzeitig im Stich. In einer Zeit, in der Karrierechancen weniger mit dem Zufall als mit harter Arbeit und Vorbereitung zu tun haben, können junge Menschen unter den derzeitigen sonstigen Bedingungen in Deutschland sich gar nicht anders entscheiden als gegen das Familiegründen.
Photo: plasticinaa
Jemand: "Herzlichen Glückwünsch zum Geburtstag! Du bist jetzt 25 Jahre alt! Was für ein rundes Alter!"
Geburtstagskind: "Oh je, danke schön. Ich wäre lieber 15. So langsam kommt die "30" sehr schnell auf einen zugelaufen...."
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Die wenigsten "Twenties" freuen sich älter zu werden, aber gerade Studenten irgendwo im Alter zwischen 20 und 30 sind die pessimistischsten Artgenossen ihrer Altersgruppe. Warum ist das so? Was geht in den Köpfen älterer Studenten so vor?Kreisende Gedanken rund um Beruf und Karriere
Zum Einen denkt man spätestens in der fortgeschrittenen Studienphase so langsam über eine berufliche Zukunft nach und macht sich so seine Gedanken. Wo will ich arbeiten? In welchem Gebiet? Was liegt mir? Was kann ich eigentlich gut? Was weniger gut? Kann ich überhaupt was? Will ich ins Ausland? In eine andere Stadt oder Region umziehen? Was ist gut für mich? Oder: Was will ich überhaupt?
Die meisten Studiengänge produzieren eben keine "fertigen" Angestellten oder Arbeitnehmer wie eine Ausbildung beispielsweise, die man nach dem Realschulabschluss anfängt. Vielmehr sind die Studieninhalte oft hochtheoretisch, ja pseudo-elitär. Viele deutsche Professoren tun so, als ob die Mehrheit ihrer Studierenden, die sie in ihren Seminaren und Übungen vor sich haben, selber in die Forschung und Lehre gehen würden. De facto ist es ein kleiner Bruchteil der Studierenden, die sich später für eine Universitätskarriere entscheiden!
Im Einklang mit diesem Selbstverständnis der Universität und ihrer Angestellten wird man als Student in Sachen berufliche Orientierung, praktische Berufsvorbereitung und spätere Jobvermittlung von der Universität in der Regel im Stich gelassen. Die vermeintlichen "Career Center", die wie Pilze aus dem Boden sprießen, konzentrieren sich lieber auf Dienstleistungen für und Kontakte zu Unternehmen, die natürlich Geld einbringen. Für die eigentlich so wichtige "Karriereberatung" und Orientierungshilfe fehlt zum Einen dafür ausgebildetes Personal und zum Anderen die inneruniversitäre Überzeugung, dass genau das Priorität haben sollte.
Wer als Student während des Studiums durch Praktika, als Werkstudent oder durch Nebenjobs sich selbst beruflich orientiert hat, kann sich noch glücklich schätzen. Viele Studenten der "Generation Praktikum" machen erst nach dem Studium entscheidende Praxiserfahrungen, wo sie wiederum oft als hochqualifizierte Billig-Arbeitskraft ausgenutzt werden.
Der Student um die 25 hat also zum Einen Karriere-Sorgen; bereut also nicht gemachte Praktika, vermeintlich "verschwendete" Semesterferien, fühlt sich schlecht auf einen echten Beruf vorbereitet, schaut besorgt auf die Arbeitslosenstatistiken, liest Stellenanzeigen, in denen seine Fachrichtung nirgends nachgefragt wird, hört von verzweifelten Absolventen von den vielen Absagen auf unzählige Bewerbungen, etc., etc., pp. Viele resignieren in solchen Fällen, brechen ihr Studium ab und fangen trotz höherer Qualifikation eine Ausbildung an. Andere machen ihr Studium fertig und machen danach gleich noch ein komplettes, ganz anderes Studium, gehen an die Berufsakademie oder hangeln sich typischerweise von einem unbezahlten Praktikum zum nächsten.
Finanzieller Druck: Arbeiten, um zu studieren
Zum Anderen wachsen spätestens mit 25 die finanziellen Probleme eines Otto-Normal-Studenten drastisch an. Und hier zeigt die verlogene Bildungspolitik dieses Landes ihr fratzenhaftes Gesicht. Fangen wir bei den finanziellen Bedürfnissen eines Studenten in der fortgeschrittenen Studienphase an:
In der Regel wohnt der 23-26 Jahre alte Student nicht mehr bei den Eltern. Eine Unterkunft mit Neben-, Strom- und Internet-/Telefonkosten kostet mindestens 250 Euro im Monat. (Je nach Studienort deutlich mehr)
Wenn man am Essen spart (was man nicht tun sollte), kommt man im Monat mit ca. 120 Euro für Ernährung aus. Realistischer sind 150 Euro.
Zum Studieren braucht man normalerweise einen Computer, Schreibutensilien, Papier, Bücher, Karteikarten zum Lernen, etc., etc. pp. Diverse Studien gehen davon aus, dass man hierfür mindestens 30 Euro im Monat Ausgaben hat. Und hier sind hohe Einmalausgaben wie für einen Laptop oder Computer nicht mit eingerechnet.
Neue Schuhe, eine Jeans, eine Winterjacke, neue Socken, Unterhosen, Pullover, etc. braucht der Mensch auch von Zeit zu Zeit. Selbst der sparsamste Student, der sich selten um seine Kleidung und sein Aussehen Sorgen macht, muss mindestens 30 Euro durchschnittlich im Monat für Kleidung einrechnen.
Nun kommen wir zu den sonstigen Kosten, die man als Student ebenfalls zu tragen hat. Die bisher einfallsreichste Idee mehr junge Menschen zum Studieren zu animieren war die Einführung von Studiengebühren.
Zusammen mit den davor auch schon regelmäßig fälligen Verwaltungs-, Einschreib-, Studienwerksgebühren kommt man auf mindestens 100 Euro im Monat an Studienkosten, die absolut fix sind. Nicht bezhalt, bedeutet exmatrikuliert. Raus aus der Uni, auf die Straße.
Wenn man Pech hat, ist in den hier mit eingerechneten Beiträgen, kein Semesterticket gratis. Wenn man also mit der Straßenbahn, dem Bus oder dem Zug zur Universität kommen muss, weil man keine bezahlbare Wohnung in Uninähe gefunden hat, muss man nochmal ca. 20 Euro im Monat für den Nahverkehr hinblättern.
Insgesamt hat dieser hier fiktiv berechnete Student monatliche Ausgaben in Höhe von 550 Euro. Dieser fiktive Student fährt also nicht seine Familie besuchen oder hat Familie in der Nähe des Studienorts. Dieser Student fährt während seines Studiums nicht in Urlaub. Dieser Student spart an Essen, Kleidung. Dieser Student geht nicht aus, macht keine Partys, geht nicht ins Kino, leiht keine DVDs aus, kauft sich keine nicht-studienwichtige Bücher, ist in keinem beitragspflichtigen Verein, fährt nur beschränkt mit öffentlichen Verkehrsmitteln, wo sein Semesterticket glücklicherweise gültig ist und hat einen alten Computer mit Windows 95 zuhause.
Da die wenigsten Studenten ein solch tristes Leben aushalten würden, sind die tatsächlichen Ausgaben, die von seriösen Studien belegt werden, viel höher. Wie das Deutsche Studentenwerk e.V. (DSW) herausfand, hatte ein Student vor 5 Jahren (!), also 2003, im Durchschnitt monatliche Ausgaben von 694,- Euro plus x.
Aber gehen wir einmal ruhig von diesem absoluten Minimum von 550 Euro im Monat aus, denn ich will hier verdeutlichen, unter welchem finanziellen Druck man junge, qualifizierte, intelligente, leistungsbereite Menschen in Deutschland setzt, die man ja eigentlich so unheimlich zum Familie gründen ermutigen will.
Denn zu diesen 550 Euro kommt ab dem 25. Lebensjahr so einiges auf den Studenten an Mehrkosten zu. Er fällt nämlich aus der familiären Krankenversicherung heraus (Nur Zivil- und Wehrdienstleistende können ein knappes Jahr länger in der Versicherung der Eltern bleiben).
Das heißt, dass er fortan knapp 60 Euro monatlich für die eigene Krankenversicherung zahlen muss. Damit steigt der monatliche Bedarf eines 25-jährigen Studenten auf 610 Euro an.
Wie deckt man nun diese 610 Euro? Also entweder man hat Eltern, die sehr viel verdienen und bereit sind, ihre Kinder mit 610 Euro pro Monat zu unterstützen, oder wenn sie nicht wollen, ist man gezwungen sie zu verklagen.
Oder man hat ganz arme, arbeitslose Eltern, wobei man also "Bafög-berechtigt" ist. Man erhält dann maximal 540 Euro pro Monat an Bafög vom Staat, was zu 50% ein Darlehen ist, das man nach dem Studium abbezahlen muss. Wie man in der Rechnung aber gesehen hat, ist dieser Höchstbetrag, den man auch nur dann in voller Höhe erhält, wenn die Eltern arbeitslos und unvermögend sind, nicht ausreichend. Selbst für diesen absoluten Mindestbedarf von 550 Euro des trist lebenden Studenten ist der Höchstsatz des Bafög (540 Euro) zu niedrig.
Was hat sich unser Staat noch so ausgedacht für die vielen jungen Menschen, die er ja so sehr, gut ausgebildet und kinderreich braucht? Natürlich, die Kindergeldkürzung. Neuerdings gibt es ab dem 25. Lebensjahr kein Kindergeld mehr. Damit fällt auch diese potenzielle Mitfinanzierungsquelle weg. Diese knapp über 150 Euro monatliches Kindergeld fallen mit dem 25. Lebensjahr genauso schnell weg, wie die Krankenkassen nach 60 Euro Eigenbeitrag für die studentische Krankenversicherung schreien. Das sind minus 210 Euro pro Monat weg zum und nach dem 25. Geburtstag! Alles Gute und viel Gesundheit, wünsch ich da recht herzlich!!!
Man könnte natürlich unsere Sub-Prime-Krise-geplagten Banken unterstützen und einen Kredit nehmen. Ein Studienkredit mit 5-8% Zinsen p.a.! Dann kommt zu der Zurückzahlung des Bafög-Darlehens gleich noch eine teure Zurückzahlung eines privaten Studienkredits.
Hierbei sei angemerkt, dass, wenn man nicht gerade Maschinenbauingenieur oder Diplom-Informatiker mit Universitätsabschluss werden will, man nach dem Studium mitnichten viel mehr verdient als ein Bankkaufmann mit Realschulabschluss und 2-jähriger Berufserfahrung.
Es bleibt nicht viel übrig. Man muss selbst arbeiten gehen. Einen Nebenjob wie Kellnern, in der Unibibliothek, am Lehrstuhl, beim Pizzaservice, an der Tankstelle, als Aushilfe im Lager, im Supermarkt oder als Interviewer, trotz Klausuren, Hausarbeiten, essays, seitenweise Artikel und Bücher lesen, analysieren, lernen, Aufgaben rechnen, beantworten, Projekte vor- und nachbereiten, Vorlesungen besuchen, an Seminardiskussionen mit Vor- und Nachbereitung teilnehmen, Referate in Übungen halten, Thesenpapiere zusammenstellen, Pflichtexkursionen machen, etc., etc., pp.
Das führt natürlich dazu, dass gerade diejenigen, die die größten Belastungen haben, die über 25-Jährigen, noch länger studieren als sie eigentlich wollten. Normalerweise ist ein 25-jähriger männlicher Student, der nach 13 Jahren Schule das Abitur gemacht hat und während des Studiums drei ihm zustehende Freisemester für ein Praktikum oder ein Auslandssemester genutzt hat, erst im 7. Fachsemester. Das bedeutet, dass er noch mindestens 1-2 Semester studieren muss, um fertig zu sein. In der Regel ist die durchschnittliche Studiendauer bei nicht-technischen Studienfächern sogar viel höher als die Regelstudienzeit von 8-9 Semestern, nämlich bei 11-13 Semestern. Durch den finanziellen Druck, der spätestens mit 25 auf seinen/ihren Schultern lastet, zwingt ihn dann entweder dazu das Studium abzubrechen oder so viel zu arbeiten, dass er nur auf Sparflamme studieren kann. Er studiert dadurch viel länger als er ohne finanziellen Druck würde.
Noch viel ärgerlicher ist jedoch, dass dieser heute 25-jährige Student sein Studium mit der Prämisse angefangen hatte, dass der Staat keine Gebühren für sein Studium von ihm abzwackt.
Ich will nicht behaupten, dass wir "älteren" Studenten dauernd deprimiert, besorgt und schlecht gelaunt durch die Gegend laufen. Im Gegenteil. Bei vielen Studenten dominiert der Optimismus, die "Carpe diem"-Einstellung, Ehrgeiz, Fleiß. Das ist aber Typ-, oder Einstellungssache. Da gibt es die unterschiedlichsten Charaktere. Es gibt Studenten, die sich von diesem Druck beflügelt fühlen und sogar auf Teilzeit arbeiten gehen und dafür nachts um 2 lernen. Andere wiederum verzweifeln, kriegen Depressionen, werden krank. Das Ergebnis dieser schwierigen Situation ist sehr verschieden, weil sich die Situation auch äußerst individuell gestaltet. Die Eine hat überhaupt kein Kontakt zu den Eltern und findet keinen Nebenjob, der Andere erhält Geld von der Oma, dem Opa, der Tante und dem Großonkel und hat einen kleinen 5-Wochenstunden-Job am Lehrstuhl. Darum geht es auch nicht. Es geht darum, dass man in der oben dargestellten Situation, prinzipiell in Unsicherheit über die eigene berufliche Zukunft und in labilen finanziellen Verhältnissen von der Universität, der Stadt, dem Land, dem Bund und der allgemeinen Zivilgesellschaft im Stich gelassen wird, obwohl man gerade die älteren Studierenden besonders intensiv unterstützen sollte.
Staat und Gesellschaft lassen ihre qualifiziertesten und leistungsbereitesten jungen Leute im Stich
"Fachkräftemangel" und "Lehrermangel" rauschen ja inzwischen regelmäßig irgendwo zwischen der "Mindestlohn-Debatte" im Radio und der "Diskussion um 'Die Linke'" im Fernsehen. Alle wollen sie die Leute zum Studieren ermutigen. "Geht studieren. Wir brauchen Euch."
"Die Deutschen sterben aus." "Wir brauchen mehr Kinder in diesem Land." "Vor allem Hochschulabsolventen sollten wieder mehr Kinder kriegen." "Wir brauchen Eure Kinder."
Schöne Worte, die man immer wieder hört und die ich inzwischen leid bin zu hören. Man wird also gebraucht als Student. Von allen! Die gesamte Welt braucht Studenten und Hochschulabsolventen! Man wird gebraucht von der Wirtschaft, vom Staat, vom Steuerzahler, von den Rentnern, und und und... Wenn viele Menschen etwas brauchen und wollen, warum tun sie dann immer weniger dafür? Warum lässt man jemanden zunehmend mehr im Stich, wenn man ihn doch eigentlich zunehmend mehr braucht und will?
(Im nächsten Teil: Familienplanung? Kinder kriegen für Deutschland? Warum fortgeschrittene Studenten und Absolventen für alles nur nicht für Kinder kriegen Zeit und Lust haben)
Photo: plasticinaa

Am Sonntag stehen eigentlich viele verschiedene Parteien zur Wahl, die aber im Wahlkampf in vielen Punkten absolut das Gleiche sagen.
"Mehr Geld für Bildung!", "Mehr Geld für Familien!", "Mehr Arbeitsplätze!", usw.
Insbesondere beim Thema Kinder und Familie preschen alle Parteien heftig nach vorne. Scheinbar plötzlich - wie in jedem Wahlkampf in den letzten 16 Jahren - ist Kinderkriegen und staatliche Förderung dessen das Wichtigste im Wahlkampf.
"Die Deutschen sterben aus!", "Akademiker entscheiden sich immer häufiger für Karriere und gegen Kinder!", "Wir brauchen ein kinderfreundliches Deutschland!"....
Wenn ich diese ewige Leier von Menschen höre, die mit ihrer Partei seit 5 Jahrzehnten (!) an der Regierung sitzen und auch in den letzten Jahren ein Minimum an Familienpolitik betrieben haben, wird mir regelrecht schlecht.
Namentlich CDU und FDP, die in Baden-Württemberg alles andere als gute Familienpolitik machen, tun jetzt so, als ob sie uns gleich nach der Wahl das Familienheil bringen. Wer´s glaubt, wird selig.
"Jetzt aber Grün!" heißt es überall in Baden-Württemberg. Und dieses Motto will ich dick unterstreichen. Es reicht mit konservativer Blockadepolitik, wenn es um die Vereinbarkeit von Karriere und Kindern geht.
Die Grünen sind die Partei, die liberal und sozial zugleich denken. Familienförderung heißt nicht nur mehr Geld für Familien, sondern mehr Platz für Kinder, mehr Berücksichtigung von Kindern in allen Politikfeldern von Kommunen, Ländern und Bund, mehr Flexibilität am Arbeitsplatz für Eltern, mehr Sicherheit für Kinder und Jugendliche, eine gesunde Umwelt.
Und das Wichtigste am Ganzen: Die Grünen machen keine hohlen Versprechen zum Zwecke des Wahlkampfs. Familienförderung, Vereinbarkeit von Familie und Beruf und konkrete Politik für Kinder und Familien gehören zur Kernphilosophie der Partei. Es sind keine hohlen Phrasen, die andere Parteien pünktlich zum Wahlkampf auf der Zunge haben, sondern pure Überzeugung.
Auf dem heute vorgestellten Plakat geht es konkret um Väter, die Beruf mit Familie verbinden wollen, die Karriere und Familie intensiv verfolgen wollen. Grüne Politik in Baden-Würrtemberg will es für jede angehende Familie ermöglichen, dass Väter und Mütter sich so entscheiden können, wie sie wollen und nicht wie sie müssen. Alle Rahmenbedingungen für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf können von der Politik geschaffen werden. Mehr Freiheiten für Eltern im Beruf in wichtigen Erziehungsphasen, mehr günstige und sichere Betreuungsangebote, ein familienfreundliches Umfeld in den Städten... das sind nur einige Beispiele des grünen Konzepts. Mehr dazu unter auf der Themenseite zu Familie.
Haben Sie Kinder? Nein? Sie unpatriotischer Karrierejunkie! Oder doch? Na dann leben sie hoffentlich nicht in Deutschland....
Warum ich Ihnen davon abrate, Kinder hier in Deutschland zu zeugen, fragen Sie? Na, weil sie teuer sind und ihrer Karriere im Wege stehen, natürlich! Ironie überkommt mich manchmal auch.
Wenn ich ab und an zu Fuß Richtung Innenstadt laufe, sehe ich entgegen aller Panikmache der Politiker a la "Das deutsche Volk stirbt aus, produziert endlich Nachwuchs!" erfreulicherweise übermässig oft Jugendliche und Kinder.
In einer Seitentraße spielen sie Fußball zwischen parkenden Autos. Nicht zu selten landet das Leder unsanft auf einem Autodach. Bei solchen Zwischenfällen erstrahlen die Gesichter der Kinder zwischen Schadenfreude und Erregung. Es wird gelacht und geschrien, Raufereien inklusive. "Du Hurensooooohn!!!" "Alter, hau ab!" vernehmen meine Ohren zwischen Schreien der Mutter, die offensichtlich die Rangelei vom Fenster des zweiten Stocks eines Mehrfamilienhauses zu lösen versucht. Ich möchte ihr am liebsten sagen, dass sie durch ihr penetrantes Schreien rein gar nichts löst, sondern eher ihre Kinder zu penetranten Schreiern macht. Aber ich habs ja eilig!
Ist Ihnen "Lonsdale" ein Begriff? Ich dachte immer, das wäre ein dummes Klischee, das in Talkshows verbreitet wird, aber es gibt sie: Die Typen mit den Lonsdale-Pullovern, heller Baseball-Kappe, Jeans und hellen Schuhen. In einer Gruppe von vier Leuten sitzen sie auf einer Parkbank und beobachten meine schnellen Schritte mit Adleraugen. Ohne einen blöden Kommentar kommt man natürlich nicht vorbei, aber am besten ignorieren. Diskussionen kosten Zeit und Nerven.
Ich nehme eine Abkürzung und gehe mal durch den Park. Dort begegne ich einer ausländischen Familie beim Nachmittags-Spaziergang. Die im Schleier versteckte Frau zieht gerade ihren kleinen Sohn kräftig am Pullover und weist ihn unter wütenden Ausrufen in türkischer Sprache offenbar darauf hin, dass er das Herumtreten mit Kieselsteinchen unterlassen soll. Die kleine Schwester guckt die Mutter verdutzt an. Der Mann schlendert hinterher und unterhält sich weiter mit einem anderen Mann auf türkisch.
Am liebsten würde ich die Eltern darauf ansprechen, warum sie sich ausschliesslich auf türkisch mit ihren in Deutschland geborenen Kindern unterhalten...
Huch! Bin ich jetzt ausländerfeindlich? Nein, ganz bestimmt nicht! Ich bin froh, dass Ausländer unsere Gesellschaft bereichern. Die Akzeptanz ausländischer Einflüsse auf Deutschland ist Basis unserer weltoffenen Kultur wie wir sie heute kennen. Aber ich habe ein anderes Problem: Was wird aus diesen unschuldigen Kindern hier in Deutschland, wenn diese gebürtigen Deutschen kaum einen Satz fehlerfrei auf deutsch sprechen können? Wie werden diese Menschen mit einem Schulalltag zurechtkommen? Welches Unternehmen wird sie ausbilden wollen, wenn sie die deutsche Sprache nicht beherrschen? Stehen diese gebürtigen _Deutschen_ nicht auch mit ihrem Herz zwischen den Stühlen?
Bei aller Verantwortung, die die Eltern bei der Entwicklung ihrer Nachkommen tragen, sollte man die Eltern auf der anderen Seite aber nicht zu schnell verurteilen. Denn aus welcher Motivation heraus sie so oder anders zu ihren Kindern sind oder durch welche Umstände Familien sich so oder anders entwickeln, wage ich hier nicht zu bewerten. Aber eines steht fest: Sie werden zunehmend vom Staat alleine gelassen.
Der Koalitionsvertrag von Bündnis90/Die Grünen und der SPD vom 16. Oktober 2002 widmet dem Thema "Kinder und Bildung" ein eigenes Kapitel von insgesamt zehn.
Es ist ein wichtiges Thema also. Nein, falsch. Es ist _das_ Thema, womit sich die Politiker beschäftigen sollten. Auf Parteitagsreden wird parteiübergreifend festgestellt, dass Bildung und Familien im Zentrum der Diskussion stehen sollen....und das redet man seit 20 Jahren. Aber zurück zum Koaltionsvertrag...
Ich will nicht ins Detail gehen, aber man sollte sich einige Passagen des Koalitionsvertrages durchlesen, denn was dort steht, steht in keinem Verhältnis zur Realität.
Die Kommunen sollten also ab Januar um 1,5Mrd. Euro entlastet werden, damit sie Kindertagesstätten, Betreuungsmassnahmen und Jugendsport finanzieren können. Abgesehen davon, dass 1,5Mrd. Euro geteilt durch xxxxx Kommunen gleich Peanuts sind, reicht ein kurzer Blick in die Lokalzeitung, um feststellen zu können, dass bei den diesjährigen Haushaltslöchern der Stadt alle sozialen Maßnahmen auf Null gefahren werden.
Aber welche Maßnahmen? Über was reden wir eigentlich? Wir reden doch nicht über die Anschaffung von zehn Eurofightern oder die Erhöhung der Mehrwertsteuer, sondern um die Zukunft dieser Gesellschaft!
Wenn ein Vater einer sechsköpfigen Familie wegen Arbeitslosigkeit zur Flasche greift und er keinen Ausweg aus einer zunehmenden Verarmung der Familie sieht und die Mutter mit ihren quängelnden Kindern überfordert ist, weil sie nebenbei auch noch schuften muss, dann ist das eine bedauernswerte Situation.
Aber viel gravierender finde ich, dass es erst soweit kommen kann, dass Familien in solche Notlagen geraten.
"Die deutsche Politik hat einfach kein zukunftsfähiges Konzept für die Familie von heute und morgen."
Der Staat, die Kommune, die demokratisch gewählten Verantwortlichen sollten sich dem Wert von Familien in einem gesunden Umfeld bewusst werden und das entsprechend fördern.
Es kann nicht sein, dass Kinder aus sozial schwachen Familien auf der Straße zwischen geparkten Autos Fußball spielen müssen, weil ihre Eltern kein Geld haben, um ihren Kindern Fussballschuhe zu kaufen und sie im Verein anzumelden, dass sie keine Zeit haben sie zum Training zu fahren und sich Sonntags das Spiel anzuschauen.
Es kann nicht sein, dass zugelassen wird, dass Eltern in ihrer Erziehung von der Gesellschaft alleine gelassen werden, dass es keine konkrete Behörde gibt, die sich dieser so wichtigen Sache annimmt und die Familien von Beginn an betreut.
Es kann nicht sein, dass ausländische Familien eine Ausgrenzung erfahren, anstatt auf eine aktive Integration seitens des Staates zu treffen, die ihnen das Gefühl einer Zufriedenheit vermittelt. Auch hier fehlt eine klare Aufklärungs- und Informationspolitik!
Auf diese Weise könnte man aus vielen Begegnungen, die man selbst im Alltag macht, Rückschlüsse auf Versäumnisse des Staates ziehen.
Meiner Ansicht nach ist es Sinn und Zweck einer Administration bzw. eines organischen Staats sich der Kernbedürfnisse seiner Gesellschaft anzunehmen und sie aktiv aufzugreifen.
An die Politik:
Kinder- und Familienpolitik bedeuten für mich also nicht nur "baut mehr Spielstuben und Kindertagesstätten", sondern die aktive Aufklärung und Betreuung der Familien. Information und Integration! Es muss doch klar sein, dass es eine für solche Belange zuständige Behörde geben muss.
Setzt alle Mittel ein, die dafür nötig sind, dass gerade Familien niemals in die finanzielle Schieflage geraten. Wohlstand schafft auch soziale Qualität.
Und vor allem:
Sorgt dafür, dass das schlummernde Humankapital Deutschlands nicht ungenutzt verkommt. Niemand wird dumm geboren. Der Staat trägt die Zügel in der Hand. Fördert jeden Geist, der in diesem Staat auf die Welt kommt, denn jeder hat etwas Einzigartiges.
Ich bin der festen Überzeugung, dass nur auf diesem Wege alle wirtschaftlichen und finanziellen Probleme dieses Landes gelöst werden können. Der Schlüssel ist das Humankapital und nicht unser Geldbeutel.



