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Martin Klingst hat in der ZEIT-Ausgabe vom 23.10.2008, Nr. 44, ein Loblied über Barack Obama geschrieben mit dem Titel "Die richtige Wahl". Der Herausgeber des Blatts, Josef Joffe, ist ganz offener Anhänger von John McCain und ist nach Ansicht einiger Blogger ein Neocon und Kriegstreiber.
Zu dem Artikel von Klingst über Obama gibt es folgendes Titelbild (siehe Link), eine Photomontage, die offensichtlich kindliche Hände hinter dem Rücken gehaltenzeigt in einem dunklen Raum, in der linken ein Fähnchen mit der amerikanischen Flagge nach unten gehalten - die Stars & Stripes quasi auf dem Kopf - und in der anderen einen 1-Million-Dollar-Schein mit einem strahlenden Obama in der Mitte, seinem Logo rechts neben ihm und dem demokratischen Esel, das Parteimaskottchen der Demokraten links.
Die Bildunterschrift zu diesem Bild:
"Das neue Idol für viele Amerikaner: Ein kleiner Junge trägt Obama sogar auf einem Dollar-Schein"
Nun hat offensichtlich ein Leser genauso wie ich bemerkt, dass die Bildunterschrift absolut nicht dazu passt und - viel bedeutender - die bildliche Aussage auch entgegengesetzt zur Aussage des Artikels ist. Hier die zwei Zitate aus zwei der Kommentare unter dem Artikel:
"Obama auf einem 1 Million Dollar Schein und die amerikanische Fahne
gen Boden gerichtet. Sieht das nach Idol aus? Das Bild ist offenbar
eine Photomontage aus dem McCain-Lager. Schauen Sie sich das Bild noch einmal an, Herr Klingst. Ich würde es
an ihrer Stelle ersetzen, denn es passt absolut nicht zu Ihrem Artikel.
Ein Obama auf dem 1 Million Dollar Schein ist wie eine düstere Prognose
einer Hyperinflation unter einem Präsidenten Obama. Wann sonst sollte
es einen 1-Million-Dollar Schein geben, wenn nicht in einer Zeit von
Inflation? Und warum sollte es so schnell einen Obama auf einem Dollar
geben? Das ist ein Hinweis auf seinen vermeintlichen Größenwahn. Die
amerikanischen Flagge gen Boden gerichet, auf den Kopf gestellt in
einer düsteren Umgebung. Ist das ein Zeichen von Stolz? Im Gegenteil. Ich weiß nicht, wer Sie da beraten hat und ob die Herausgeber der
ZEIT da einfach nicht mehr so genau hinschauen, was sie herausgeben,
aber bitte räumen Sie mit diesem Fehler auf und stellen Sie Menschen
ein, die solche Dinge überprüfen, bevor sie veröffentlicht werden....."
"...noch ein kleiner Zusatz zu meinem Kommentar von eben: Der kleine Junge, der diesen 1-Million-Dollar-Schein und die Flagge gen Boden gerichtet trägt, ist ein Symbol für das Erbe. Er wird nach Aussage des Bildes die Inflation erben. Auf dem Dollar-Schein ist sogar der demokratische Esel abgebildet - das ist genau das, was das neokonservative Lager im Moment behauptet: "Die Demokraten werden uns und unsere Kinder mit ihrer Übermacht in Kongress, Senat und Weißen Haus in die Inflation und die Depression stürzen.
Ein fast schon genialer Artikel bei der Welt.de, da fragt man sich wieso die Welt so was nicht früher veröffentlichen konnte, bevor die Hysterie in Deutschland ausbrach. Ich kann alles gesagte dort 100% unterstützen.
Vor Olympia richten sich die Augen der Welt schon jetzt auf China. Auf WELT ONLINE gibt ein chinesischer Intellektueller Einblick in die Gemütslage seiner Landleute. Er erklärt, warum Chinesen ihr Land lieben, warum sich niemand für Pressefreiheit interessiert und warum niemand den Dalai Lama wählen würde.
Schade nur dass sich schon die meisten in ihren Meinungen verbohrt haben und sich von nichts mehr bekehren lassen. Der Artikel würde übrigens sicherlich auch einigen Kommentatoren bei Stern etwas Licht ins Dunkeln bringen die sinnlos vor sich hin phantasieren ohne genaueres über China zu wissen ausser das was sie aus RTL und anderen Medien mitgenommen haben.
Bild: pierre pouliquin

Da eigentlich zum Thema nicht viel mehr zu sagen habe als es schon in den folgenden Artikeln gesagt wurde, lasse ich es. Die Schafe die sich durch die Medien und Politik instrumentalisieren lassen, werden ohnehin dies nicht lesen weil sie schon eine Meinung haben, bzw. gesagt bekamen.
Das Chinabild in den westlichen Medien hat zurzeit einen traurigen Tiefpunkt erreicht. Das ist nicht zufällig und hat auch nicht nur mit den jüngsten Protesten von Tibetern in China zu tun. Es ist zugleich Ausdruck des Umschlagens des idealisierten und positiven Chinabildes der 90er-Jahre in ein negatives Zerrbild. "Chinas Aufstieg ist Deutschlands Abstieg", "Weltkrieg mit den Asiaten um Wohlstand", "Gelbe Spione" sind nur einige Beispiele für medienwirksame Schlagzeilen in den letzten Jahren.Einig gegen den Westen
Die Proteste, die den Lauf des olympischen Feuers begleiten, lösen in China Verbitterung aus. Auch bei Regimekritikern.Der Westen beeindruckt China längst nicht mehr
Die Tibet-Debatte klingt zwar noch nicht ab, aber die über einen Olympia-Boykott hat an Schwung und Fürsprechern verloren. Im Westen wird gern vergessen, dass sich China durch äußeren Druck noch nie zu willfährigem Verhalten zwingen ließ. Die größten Veränderungen im Reich der Mitte kamen stets von innen her, sagt der China-Analytiker Frank Sieren.Interview mit Helmut Schmidt: Wir sehen China ganz falsch
Fünfzehn Mal besuchte der Altbundeskanzler China. Im Gespräch mit unserer Zeitung warnt Helmut Schmidt davor, das Riesenreich an den Maßstäben westlicher Erwartungen zu messen. Eine „Demokratisierung" nach amerikanischen Vorbild schließt der China-Kenner aus. Das Land werde seinen eigenen Weg gehen.Interview: 'Friedliches Tibet ist ein Mythos'
Tibet haftet ein Bild von Gewaltlosigkeit und Frieden an. Alles Täuschung, behauptet der US-Historiker Tom Grunfeld im Interview mit FOCUS-Korrespondent Jürgen Schönstein.
Zwei ältere Artikel aus 1959 und 1975:
Wie das Orakel meintIn Tibet, wo in den letzten Wochen Mönche und Berghirten einen Partisanenkrieg gegen die Chinesen führten, werden schwerwiegende politische Entschlüsse gewöhnlich nicht ohne den erprobten Rat eines staatlich angestellten Orakels gefaßt.Aktion am Unterleib
Jahrelang schürte Amerikas CIA den Widerstand der Tibeter gegen die Chinesen: Die Amerikaner lieferten Waffen, gaben Geld und bildeten Kämpfer in den USA aus.
Zum Schluss noch, eine Aufforderung sich mit dem Dalai Lama kritisch auseinander zu setzen, und z.B. seine Exil-Tibetanische Verfassung lesen und sich Gedanken dazu machen, was sie nach demokatischen Masstäben für die Bevölkerung bedeuten würde (Siehe auch die Diskussion auf Wikipedia).
Essay: Der Eskapismus der GutmenschenDer Dalai Lama ist zur Popkulturfigur des Westens geworden. Mit einer Mischung aus Ignoranz und Treuherzigkeit wird er besonders in Deutschland geradezu angebetet. Eine kritische Betrachtung des Buddhismus kommt dabei zu kurz.
Bild: loremipsum



...noch ein kleiner Zusatz zu meinem Kommentar von eben: Der kleine Junge, der diesen 1-Million-Dollar-Schein und die Flagge gen Boden gerichtet trägt, ist ein Symbol für das Erbe. Er wird nach Aussage des Bildes die Inflation erben. Auf dem Dollar-Schein ist sogar der demokratische Esel abgebildet - das ist genau das, was das neokonservative Lager im Moment behauptet: "Die Demokraten werden uns und unsere Kinder mit ihrer Übermacht in Kongress, Senat und...
Ich weiß wirklich nicht, wie dieses Titelbild für diesen Leitartikel da hingekommen ist, aber wenn es nicht Dummheit war, dann war es mutwillige Propaganda von irgendwelchen Mitarbeitern bei der ZEIT."
Kann mich diesen Einschätzungen nur anschließen. Warum wurde das Bild immernoch nicht entfernt? Jeder, der auch nur ein paar Mal in der Schule eine "Bilduntersuchung" mit der üblichen Analyse von Hintergrund und Vordergrund gemacht hat und auch nur ein bisschen Hintergrundwissen bezüglich Inflation, etc. hat, wird das Bild doch genau so verstehen, oder nicht?
Hier zum Vergleich z.B. ein 1-Milliarde-Mark-Schein aus der Weimarer Zeit (1923) nach extremer Hyper-Inflation (habe kein Bild bei flickr gefunden, das eine richtige Banknote zeigt, aber diese Gutscheine waren im Grunde ebenfalls Zahlungsmittel in dieser Zeit der Inflation):
Ich nehme an, dass entweder der Autor, Martin Klingst, oder ein Mitarbeiter bei der ZEIT dieses Titelbild ausgesucht hat. Entweder ist diese Person, die es ausgesucht hat, jemand, der unterschwellige Botschaften manipulativ einsetzt oder eine absolute Niete in der Bildinterpretation und hat das Bild aus einem Pool samt Bildunterschrift rauskopiert und in den Artikel eingefügt, wobei dann derjenige, der die Bildunterschrift unter das Bild gesetzt hat, ebenso keine Ahnung von Bildern hat oder mutwillig unterschwellig manipulieren will.
Falls ich völlig paranoid und blind bin und der "Junge" auf dem Bild wirklich seinen 1-Million-Dollar-Schein mit seinem "Idol" darauf mit "Stolz" trägt, dann entschuldige ich mich für soviel crap text, aber ich vermute stark, dass hier etwas stinkt...
Bildquelle: chätzle