Seiten getaggt mit “Weltklimarat” auf Die Gutdenker
Schulterzucken gegen Klimawandel: Wie selbst Warnungen vor katastrophalen Wechselwirkungen verpuffen
Herrlich, so ein Rosenmontag! Ob's schneit, ob's regnet, ob Kurzarbeit oder Arbeitslosigkeit, der Jeck' ist gut drauf, trinkt, tanzt, knutscht und drückt, singt und schreit den ganzen Tag. Irgendwie positiv, dass der Mensch auch in Krisenzeiten alles um sich herum vergessen kann, und einfach nur feiert. Ein Spaßverderber und Miesmacher, wer in solchen Tagen an die Vernunft appelliert.
Aber ein gutes Maß an Vernunft (auf gut deutsch: Schädel einschalten) ist eigentlich in jeder Lebenslage gut, selbst beim Feiern. Die vielen Alkoholvergiftungen, über die traditionell am Faschingsdienstagsabend in den Nachrichten berichtet wird, seien nur mal als Schlagwort erwähnt. Viel schlimmer als individuelle Unvernunft ist aber für uns alle die kollektive Unvernunft von Millionen Menschen, die wie in einem Standard-Alltags-Tunnelblick durch die Welt laufen und ignorant business-as-usual "leben".
Wie letzte Woche (mal wieder) durch die Medien geisterte, wird von den Menschen, die sich tagtäglich mit der globalen Erwärmung beschäftigen, eindringlich vor katastrophalen Wechselwirkungen des Klimawandels und den gravierenden Konsequenzen gewarnt (Link: Artikel Science Daily).
Das IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change), also der Ausschuss der bedeutendsten Wissenschaftler der Welt auf dem Gebiet des Klimawandels, verweist vor allem auf die für unser Klima gefährlichen "feedback effects", d.h. die durch die vom Menschen verursachten Treibhausgasemissionen entstandenen zusätzlichen Emissionen von Treibhausgasen aus verbrennenden Tropenwäldern und aus aufgetauten Permafrostböden. Dadurch dass sich der Treibhauseffekt durch die Verbrennung von Kohle, Öl, Gas und Biomasse verstärkt und sich unsere Erde erwärmt, trocknen tropische und subtropische Gebiete zunehmend mehr aus und verlieren dadurch ihren natürlichen Feuerschutz. Großflächige Brände verursachen somit zusätzlich CO2-Emissionen, was wiederum zu mehr globaler Erwärmung führt, was dann wieder zu mehr Waldbränden führt. Ein Teufelskreis (Link: Artikel Telepolis).
Ähnliches passiert, wenn die riesigen Flächen der Permafrostböden, die ca. ein Viertel der planetaren Landfläche ausmachen, weiterhin durch die von uns verursachte Erwärmung tauen und damit sehr große Mengen an Methan und Kohlendioxid aus diesen Böden in unsere Atmosphäre (das Treibhaus) entweichen und es dadurch noch viel wärmer wird. (vgl. dazu beispielsweise "Eine klimatische Zeitbombe im hohen Norden", Link: Artikel Telepolis).
Klingt nicht neu? Ist es auch nicht. Diese Rückkopplungen sind theoretisch seit Jahrzehnten bekannt. Nur ist der Naturwissenschaftler von Natur aus konservativ, vorsichtig und streng empiristisch. Warnungen vor diesen Wechselwirkungen werden somit erst jetzt richtig konkret, weil sich erst jetzt die Anzahl der empirischen Studien zu diesen Teufelskreis-Phänomenen häufen.
Theoretische Skizze weiterer "feedback effects" aus meiner zusammenfassenden Arbeit zu "Global Warming and Dynamic Feedback Effects in Arctic Regions":
Die Wechselwirkungen sind höchstwahrscheinlich viel fataler als bislang angenommen, und genau in diesem Ton werden auch die jetzigen Warnungen ausgesprochen. Mojib Latif sagte erst vor wenigen Tagen in einer Vorlesung, die bei Phoenix ausgestrahlt wurde, dass es nach den neuesten Erkenntnissen aus der Forschung ziemlich sicher sei, dass eine globale Erwärmung von 6 Grad Celsius und mehr (!) bis zum Ende des Jahrhunderts, also binnen 90 Jahren, drohe, wenn sich beim weltweiten Klimaschutz nicht sehr schnell etwas ändere.
Was bedeuten 6 Grad Erwärmung eigentlich? Klingt nicht viel... Was diese Erhöhung der globalen DURCHSCHNITTSTEMPERATUR um 6 Grad für diesen Planeten bedeuten würden, zeigt folgender kurzer Beitrag von National Geographic, und National Geographic ist nicht gerade dafür bekannt sinnlos zu übertreiben:
Es wirkt geradezu grotesk, wie sich Medien, Politik und Gesellschaft trotz immer konkreteren Hinweisen auf die verheerenden Rückkopplungseffekte und damit einen sich beschleunigenden Klimawandel gegenseitig die Ohren und Augen zuhalten. Wollen wir einfach nicht wahrhaben, dass seit Jahrzehnten gewachsene Lebens- und Wirtschaftsweisen so verhängnisvoll sind? Oder ist die Lobby derer, die mit der Verbrennung von fossilen Brennstoffen direkt oder indirekt Geld verdienen bzw. mit dem Vertrieb oder Verbrauch billiger Energie sehr gute Geschäfte machen einfach so mächtig?
Fakt ist zumindest, dass etwas getan werden kann. Und das sofort. Es ist schon heute technisch möglich, ohne die massenhafte Verbrennung von fossilen Energieträgern normal weiterzuleben. Es ist nur teurer. Aber was ist Geld wert angesichts der Gefahren, auf die wir zusteuern, wenn wir mit den Schultern zucken und weiter machen, wie bisher?
Ein weltweiter, sofortiger Stopp des Baus von Kohlekraftwerken beispielsweise wäre ein erster Schritt in die richtige Richtung. Ebenso die weltweite Einführung einer echten CO2-Steuer, die den wahren, langfristigen Schaden des Treibhausgases in den Preis mit einbezieht.
Insgesamt ist es frustrierend, wie diese eindringlichen Warnungen der Wissenschaftler verpuffen. Schon eine Woche nach der Meldung ist fast nichts mehr zu hören und zu lesen über die Gefahren des "Weiter-so-wie-bisher". Vielleicht hilft ein etwas angepasster Weckruf an dieser Stelle: "Wacht auf, ihr Jecken!!!"
In diesem Sinne: "Klimaschutz...Ahoi! Klimaschutz...Helau! Klimaschutz....Alaaf!"
Aber ein gutes Maß an Vernunft (auf gut deutsch: Schädel einschalten) ist eigentlich in jeder Lebenslage gut, selbst beim Feiern. Die vielen Alkoholvergiftungen, über die traditionell am Faschingsdienstagsabend in den Nachrichten berichtet wird, seien nur mal als Schlagwort erwähnt. Viel schlimmer als individuelle Unvernunft ist aber für uns alle die kollektive Unvernunft von Millionen Menschen, die wie in einem Standard-Alltags-Tunnelblick durch die Welt laufen und ignorant business-as-usual "leben".
Wie letzte Woche (mal wieder) durch die Medien geisterte, wird von den Menschen, die sich tagtäglich mit der globalen Erwärmung beschäftigen, eindringlich vor katastrophalen Wechselwirkungen des Klimawandels und den gravierenden Konsequenzen gewarnt (Link: Artikel Science Daily).
Das IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change), also der Ausschuss der bedeutendsten Wissenschaftler der Welt auf dem Gebiet des Klimawandels, verweist vor allem auf die für unser Klima gefährlichen "feedback effects", d.h. die durch die vom Menschen verursachten Treibhausgasemissionen entstandenen zusätzlichen Emissionen von Treibhausgasen aus verbrennenden Tropenwäldern und aus aufgetauten Permafrostböden. Dadurch dass sich der Treibhauseffekt durch die Verbrennung von Kohle, Öl, Gas und Biomasse verstärkt und sich unsere Erde erwärmt, trocknen tropische und subtropische Gebiete zunehmend mehr aus und verlieren dadurch ihren natürlichen Feuerschutz. Großflächige Brände verursachen somit zusätzlich CO2-Emissionen, was wiederum zu mehr globaler Erwärmung führt, was dann wieder zu mehr Waldbränden führt. Ein Teufelskreis (Link: Artikel Telepolis).
Ähnliches passiert, wenn die riesigen Flächen der Permafrostböden, die ca. ein Viertel der planetaren Landfläche ausmachen, weiterhin durch die von uns verursachte Erwärmung tauen und damit sehr große Mengen an Methan und Kohlendioxid aus diesen Böden in unsere Atmosphäre (das Treibhaus) entweichen und es dadurch noch viel wärmer wird. (vgl. dazu beispielsweise "Eine klimatische Zeitbombe im hohen Norden", Link: Artikel Telepolis).
Klingt nicht neu? Ist es auch nicht. Diese Rückkopplungen sind theoretisch seit Jahrzehnten bekannt. Nur ist der Naturwissenschaftler von Natur aus konservativ, vorsichtig und streng empiristisch. Warnungen vor diesen Wechselwirkungen werden somit erst jetzt richtig konkret, weil sich erst jetzt die Anzahl der empirischen Studien zu diesen Teufelskreis-Phänomenen häufen.
Theoretische Skizze weiterer "feedback effects" aus meiner zusammenfassenden Arbeit zu "Global Warming and Dynamic Feedback Effects in Arctic Regions":
Was bedeuten 6 Grad Erwärmung eigentlich? Klingt nicht viel... Was diese Erhöhung der globalen DURCHSCHNITTSTEMPERATUR um 6 Grad für diesen Planeten bedeuten würden, zeigt folgender kurzer Beitrag von National Geographic, und National Geographic ist nicht gerade dafür bekannt sinnlos zu übertreiben:
Es wirkt geradezu grotesk, wie sich Medien, Politik und Gesellschaft trotz immer konkreteren Hinweisen auf die verheerenden Rückkopplungseffekte und damit einen sich beschleunigenden Klimawandel gegenseitig die Ohren und Augen zuhalten. Wollen wir einfach nicht wahrhaben, dass seit Jahrzehnten gewachsene Lebens- und Wirtschaftsweisen so verhängnisvoll sind? Oder ist die Lobby derer, die mit der Verbrennung von fossilen Brennstoffen direkt oder indirekt Geld verdienen bzw. mit dem Vertrieb oder Verbrauch billiger Energie sehr gute Geschäfte machen einfach so mächtig?
Fakt ist zumindest, dass etwas getan werden kann. Und das sofort. Es ist schon heute technisch möglich, ohne die massenhafte Verbrennung von fossilen Energieträgern normal weiterzuleben. Es ist nur teurer. Aber was ist Geld wert angesichts der Gefahren, auf die wir zusteuern, wenn wir mit den Schultern zucken und weiter machen, wie bisher?
Ein weltweiter, sofortiger Stopp des Baus von Kohlekraftwerken beispielsweise wäre ein erster Schritt in die richtige Richtung. Ebenso die weltweite Einführung einer echten CO2-Steuer, die den wahren, langfristigen Schaden des Treibhausgases in den Preis mit einbezieht.
Insgesamt ist es frustrierend, wie diese eindringlichen Warnungen der Wissenschaftler verpuffen. Schon eine Woche nach der Meldung ist fast nichts mehr zu hören und zu lesen über die Gefahren des "Weiter-so-wie-bisher". Vielleicht hilft ein etwas angepasster Weckruf an dieser Stelle: "Wacht auf, ihr Jecken!!!"
In diesem Sinne: "Klimaschutz...Ahoi! Klimaschutz...Helau! Klimaschutz....Alaaf!"


